Hanfsamenöl – Wissenswertes und Anwendung

Hanf
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Hanfsamenöl firmiert auch unter den Namen Hanföl, Cannabisöl oder CBD Öl. Vielfach wird es neben seinem Ruf als Naturheilmittel auch als Wundermittel gegen Beschwerden aller Art beworben. Aufgrund seiner entspannenden und entkrampfenden Wirkungsweise wird ihm eine hervorragende Wirkung bei wiederholten Muskelkrämpfen unklarer Genese bescheinigt. Doch auch bei Rheuma und chronischen Schmerzen sollen Patienten von der Wirkweise des CBD Öls profitieren können. Ein weiterer interessanter Aspekt ist der Hintergrund der Popularität von Hanf als eine der ältesten Zier- und Nutzpflanzen der Welt sowie der legalen Konsummöglichkeit im Vergleich zum klassischen Cannabis, das aber auch in immer mehr Ländern weltweit legalisiert wird. Das in Tropfen oder Kapseln einnehmbare CBD Öl enthält je nach Typus eine unterschiedliche THC-Menge und ist über ausgewählte Distributionsplattformen erhältlich. Es gibt zahlreiche Bereiche, auf die ein Blick geworfen werden muss: Die Wirkungsweise, Anwendung und Inhaltsstoffe sowie Herkunft und Gewinnung des CBD Öls.

Was ist Hanfsamenöl?

Hanfsamenöl wird aus der weiblichen Hanfpflanze gewonnen und stellt ein Cannabinoid mit geringer psychoaktiver Wirkung dar, die auf einen nur marginalen THC-Gehalt zurückgeht. Folglich verfolgt die Herstellung von Hanfsamenöl nicht die Intention, Konsumenten high zu machen. Auf chemischer Ebene kommt Cannabidiol in der Hanfpflanze vorrangig als Säure vor. CBD Öl werden im Wesentlichen vier Wirkungen nachgesagt: Es soll entkrampfend, entzündungshemmend und angstlösend wirken sowie gut gegen Übelkeit sein.

Die angstlösende und beruhigende Komponente, wie sie auch von Baldrian und anderen Naturheilmitteln bekannt ist, steht bei vielen Anwendungsfällen im Vordergrund. Teilweise wird CBD Öl auch eine antipsychotische Wirkung mit positiven Effekten auf psychische Erkrankungen nachgesagt. Diese sind immer wieder Gegenstand von Forschungen.

Wo kann Hanfsamenöl gekauft werden?

CBD Öl kann und sollte nur in ausgesuchten Verkaufsstellen erworben werden. Zum einen stehen hierfür zertifizierte Online Shops zur Verfügung, auf der anderen Seite wird Hanfsamenöl auch in Apotheken angeboten. Seit einer längeren Zeit gibt es zum Beispiel das CBD Öl von Limucan in den deutschen Apotheken. Dort sind jedoch auch andere Präparate anzutreffen, die oft bio-zertifiziert sind und kontrolliert erzeugt wurden.

Beim Erwerb von CBD Öl muss unterschieden werden zwischen Produkten mit und ohne medizinisch wirksamen Behauptungen. Als Arzneimittel ist CBD Öl hierzulande nur mit Rezept erhältlich. Es wird darüber hinaus aber auch als Nahrungsergänzungsmittel ohne gesundheitsbezogene Wirksamkeitsbehauptungen in den Verkehr gebracht und unterliegt hier nicht der Rezeptpflicht.

Ist der Konsum von CBD Öl legal?

Entscheidend für die Einstufung eines CBD Produkts hinsichtlich seiner Legalität ist der vorhandene THC-Gehalt. THC steht für Tetrahydrocannabinol und ist der psychoaktiv wirksame Substanzteil der Hanfpflanze, der die berauschende Wirkung hervorruft. Liegt der THC-Gehalt des Hanfsamenöls unterhalb von 0,2 Prozent, darf es in Deutschland unbeschränkt als Nahrungsergänzungsmittel oder auch Kosmetikprodukt vertrieben und erworben werden.

Da bei diesen Produkten jedoch eine psychische Restwirkung verbleibt, ist Volljährigkeit beim Erwerb mit entsprechendem Nachweis Grundvoraussetzung. Liegt der THC-Gehalt über der Grenze von 0,2 Prozent muss das Produkt von einem Arzt verschrieben werden. Die Indikation und Notwendigkeit der Rezeptausstellung wird von Medizinern autonom entschieden.

Inhaltsstoffe und Zusammensetzung von Hanfsamenöl

Die Inhaltsstoffe von CBD Produkten im Allgemeinen und CBD Öl im Speziellen unterscheiden sich je nach Produkt erheblich voneinander. Allgemein gültige Aussagen lassen sich aufgrund der großen Diversität bei der Produktpalette nicht treffen. Die zwei Hauptbestandteile von biozertifizierten CBD-Tropfen mit einer Prozentzahl unter 0,2 THC-Gehalt sind Kaltgepresstes Hanföl und Nutzhanfblütenextrakt.

Somit sind in diesen Produkten sämtliche positiven Inhaltsstoffe der Hanfpflanze enthalten, wozu neben den Cannabinoiden auch Terpene und Flavonoide zählen. Terpene verursachen bei Hanf den typischen Geruch und bilden die Basis des Geschmackes. Originär erfüllen sie als Bestandteil des Hanfs eine Abwehrfunktion gegen Fressfeinde. Die Flavonoide hingegen sind primär für die Farbe des Hanfs verantwortlich, sekundär können sie bei Konsum positiv die Funktion des menschlichen Organismus beeinflussen.

Qualitatives CBD Öl zeichnet sich dadurch aus, dass es ohne den Zusatz von künstlichen Aromen, Farbstoffen oder Konservierungsmitteln auskommt. Zudem ist es ein Vollspektrum-Öl, also nicht im Rahmen einer synthetischen Herstellung erzeugt worden.

Genaue Anwendung von Hanfsamenöl

Das als Tropfen erhältliche Hanfsamenöl kann auf unterschiedlichem Wege konsumiert werden. Üblich ist es, die Tropfen unter der Zunge zu platzieren und diese dort für mindestens eine Minute zu behalten, damit die Inhaltsstoffe von den Schleimhäuten aufgenommen werden können. Die Anwendungsmenge ist auf den verkäuflichen Produkten vermerkt und liegt bei einem THC-Gehalt von unter 0,2 Prozent zumeist bei zwei bis fünf Tropfen täglich.

CBD Öl ist darüber hinaus auch in Kapselform zum Schlucken erhältlich. Hier variiert die tägliche Einnahmemenge mit der Wirkstoffkonzentration. Abstand genommen werden sollte davon, die Tropfen zu rauchen oder zu verdampfen. Dies funktioniert nur mit Blüten oder speziell hergestellten Liquids, da Pflanzenöle nicht gut zum Erhitzen und Einatmen geeignet sind.

Aufzubewahren sind die Tropfen an einem kühlen und dunklen Ort – sie sind vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen. Vor dem Gebrauch sollten sie gut geschüttelt werden. Die Tropfen haben einen markanten Geschmack, der charakterlich bitter ist. Je nach persönlicher Präferenz und Toleranz kann vor diesem Hintergrund der Erwerb von Kapseln vorzugswürdig sein.

Studien über Wirkung von Hanfsamenöl

Die meisten Mythen und Vorurteile bestehen bei der vom Konsum von CBD Öl zu erwartenden Wirkung auf den menschlichen Organismus. Pauschale Aussagen verbieten sich, da jeder Mensch unterschiedlich auf die Einnahme reagiert. Für die folgenden Bereiche und Anwendungsfälle kann sich der Konsum lohnen:

Verdauungssystem: Gegen Übelkeit oder Erbrechen, Linderung von Krämpfen

Nervensystem: Beruhigend und entspannend, Gegen Angst, Verbesserung des Schlafes

Immunsystem: Gegen Entzündungen, Verbesserung der körpereigenen Abwehrkräfte, Stärkung des Immunsystems

Herz- und Kreislaufsystem: Verbesserung des Blutdrucks, Prävention für Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems

Schmerzen: Lösung von Krämpfen und Linderung von Schmerzen

Haut: Gegen Bakterien und Entzündungen, Einsatz gegen Allergien, Hilfe gegen Akne

Insbesondere zu der Wirksamkeit von Cannabinoiden gegen entzündliche Vorgänge im menschlichen Organismus, gibt es bereits viele Studien. So kam ein Forscherteam der Dalhousie University in Kanada bei der Untersuchung der Wirksamkeit von CBD gegen Hornhautverletzungen zum Ergebnis, dass in Kombination mit der Gabe von THC und HU-308 sowohl die Entzündung als auch der Schmerz eingedämmt werden konnte. Dabei aktivierte CBD scheinbar den CB2-Rezeptor, sowie den 5-HT1A-Rezeptor. Trotz allem ist die Allgemeine Wirkung von CBD nicht wissenschaftlich belegt.

Hingegen wurde die Wirkung von CBD Konsum bei psychischen Leiden unter anderem im Rahmen einer Studie von Forschern an der University of Sao Paulo mit dem Ergebnis untersucht, dass die antidepressive Wirksamkeitskomponente von CBD mit einer Beeinflussung des Serotoninspiegels im menschlichen Gehirn zusammenhängen kann.

Bei körperlichen Leiden wie Multipler Sklerose, Alzheimer oder Neuropathien kann eine Therapie mit CBD Öl genauso positive Effekte zeigen, wie bei psychischen Krankheitsbildern. Hier ist insbesondere eine Wirkung gegen Epilepsie oder Störungen aus dem psychotischen Formenkreis möglich.

Welche Hanföl Nebenwirkungen sind zu erwarten?

Neben den zahlreichen positiven Wirkungen können beim Konsum von Hanfsamenöl auch unerwünschte Nebenwirkungen auftreten. Wie bei den Wirkungen sind diese organismusspezifisch und besitzen eine große Bandbreite. Am häufigsten werden nach der Einnahme von CBD Öl Symptome wie Appetitveränderungen, Störungen des Magen-Darm-Trakts und Müdigkeit berichtet. Die Liste der potenziellen Nebenwirkungen umfasst jedoch noch weitere Effekte:

  • Höherer Augeninnendruck
  • Trockener Mund
  • Benommenheit
  • Probleme beim Einschlafen
  • Niedriger Blutdruck
  • Affektion von Schwangerschaftsenzymen

Sofern bei der Einnahme Nebenwirkungen auftreten, muss jedoch nicht sofort der Konsum von Hanfsamenöl eingestellt werden. Die Schwere der Nebenwirkungen sollte mit den beobachteten positiven Wirkungen abgewogen werden. Zudem ist auch eine Eingewöhnungszeit von einigen Wochen für den Organismus anzuraten, innerhalb derer sich Wirkungen und Nebenwirkungen nivellieren können.

Wie weit ist die Forschung beim Hanfsamenöl?

Auch wenn sich viele Personen, die erstmalig mit Hanfsamenöl in Kontakt kommen, von dem Konsum Wunder erhoffen, ist die Wirksamkeit aller Inhaltsstoffe noch nicht hinreichend geklärt. Zudem fehlen valide, klinische Studien, die sich mit der Wirkung von Hanfsamenöl auf den Hormonhaushalt des menschlichen Körpers beschäftigen.

Es gibt allerdings neben den genannten Studien bereits etliche Untersuchungen, die sich mit der Frage der Wirksamkeit des additiven Konsums von Hanfsamenöl neben herkömmlicher Medikation bei psychotischen Störungen beschäftigen – mit durchaus vielversprechenden Ergebnissen. Diese sind jedoch nicht wissenschaftlich bewiesen und sollten kritisch beachtet werden.

Ähnlich positiv verliefen bisher Untersuchungen zur Therapie von Cannabis-Abhängigen mit CBD Öl. So kommt eine im März des vergangenen Jahres durchgeführte Studie zum Ergebnis, dass es sich um eine nützliche Zusatzbehandlung handeln könnte.

Studien und Quellen zu Hanfsamenöl

Allgemeine Infos und Neuigkeiten zu CBD: 

https://www.cannabis-oel.net

Rechtliche Lage zu Hanf in Deutschland:

https://www.hanfverband.de/faq/ist-nutzhanf-in-deutschland-legal

Politische Unstimmigkeiten bei der Legalisierung:

https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2019/01/17/spd-zoegert-in-cannabisdebatte

Studie zur Wirkung bei Cannabis-Abhängigen:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5870061/

Studie zur Wirkung bei Schmerzen und Entzündungen:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29450258

Studie zur Wirkung gegen Depressionen:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29885468

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