Roter Klee – Wissenswertes und Anwendung von Rotklee

Roter Klee
Roter Klee

Trifolium pratense, auch bekannt als roter Klee, ist in der Heilkunde stark verbreitet. Der Klee ist zudem als Nahrungsergänzungsmittel erhältlich. Der rote Klee hat aufgrund seiner hochwertigen Inhaltsstoffe ein breites Verwendungsspektrum. Rotklee wächst weltweit, sogar bis zum Himalaya. Bereits 1946 wurde man auf die Heil-Wirkungen von rotem Klee aufmerksam. Er gehört zu der Pflanzenfamilie der Hülsenfrüchte und seine Sammelzeit ist von Mai bis September.

Was ist Roter Klee?

Rotklee gehört zu den Hülsenfrüchten und zur Familie der Schmetterlingsblütler. Bis zu 50 Zentimeter hoch kann der rote Klee wachsen und ist erkennbar durch die typisch dreiblättrigen Kleeblätter.

Zuckerbrot oder Honigblume sind volkstümliche Bezeichnungen des roten Klees. Nicht nur als Heilpflanze ist der Klee bekannt, sondern auch als Futterpflanze für Hummeln, Bienen und andere Insekten. Durch die enthaltenen Eiweiße, ist Rotklee für das Vieh der Landwirtschaft eine wichtige Weidepflanze.

Der rote Klee wandelt sogar Stickstoff der Luft in Nährstoffe um und bringt diese mithilfe der Wurzeln in den Boden. Der Boden wird durch die Wurzeln gleichzeitig aufgelockert und die Nährstoffe können sich daher besser verteilen.

Inhaltsstoffe von rotem Klee

Folgende Inhaltsstoffe sind Grund dafür, weshalb der Pflanze vielfach eine gesundheitliche Wirkung zugeschrieben wird, die allerding wissenschaftlich nicht nachgewiesen ist:

  • Proteine
  • Flavonoide
  • Salicylate
  • Cumarine
  • Glykoside
  • Vitamin B und C
  • Ätherische Öle
  • Mineralstoffe (Kalzium, Magnesium und Kalium)
  • Phytohormone

Proteine sind ein wichtiger Bestandteil im menschlichen Körper. Die in Proteine enthaltenen Eiweiße sorgen dafür, dass Zellen und Muskulatur wachsen. Außerdem sind die Bausteine der Proteine an zahlreichen Vorgängen des Stoffwechsels beteiligt. Auch zur Energiegewinnung tragen die Proteine bei.

Für Geruch, Farbe und Geschmack von Pflanzen sind Flavonoide zuständig. Sie gelten als sekundäre Pflanzenstoffe. Diese sollen laut Naturheilkunde antibakteriell, antifungal und antioxidativ wirken. Sie besitzen Berichten zufolge zudem eine hohe Bioverfügbarkeit, da sie vom Körper ohne Probleme aufgenommen werden können.

Glykosiden wird eine positive Wirkung auf das Herz nachgesagt. Fest steht, dass Herzglykoside pharmakologisch aktive Wirkstoffe sind. Auch Cumarine werden in diversen Studien vielfach im Kampf gegen Entzündungen untersucht. Allerdings gibt es bei einer zu hohen Einnahme von Cumarin laut Bundesinstitut für Risikobewertung ein Gefährdungspotenzial.

Die enthaltenen ätherischen Öle im roten Klee sind ebenfalls als wertvoll anzusehen. Eine wichtige Rolle im menschlichen Stoffwechsel spielen zudem die enthaltenen Mineralstoffe und Vitamine.

Zusammenfassend besitzt roter Klee Wirkstoffe, die sehr wertvoll sind und vom Körper positiv aufgenommen werden können. Für eine gute Gesundheit muss eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung an den Tag gelegt werden. Roter Klee Kapseln können den Körper aber zusätzlich mit wertvollen Inhaltsstoffen versorgen.

Traditionelle Anwendung von Rotklee

Rotklee wird in der Naturheilkunde für viele verschiedene Beschwerden genutzt. Aus medizinischer Sicht gibt es allerdings keine aussagekräftigen Berichte für einen Einsatz bei folgenden Beschwerden:

  • Augenleiden
  • Halsweh
  • Bronchitis
  • hoher Cholesterinspiegel
  • Leberschwäche
  • Zahnfleischbluten
  • Knochenschwund
  • Angst
  • Depressivität

In Studien werden weitere Anwendungsmöglichkeiten in Bereichen wie Prostata- und Wechseljahresbeschwerden untersucht. Östrogen hat immerhin Auswirkungen auf andere Körperfunktionen.

In einer Studie zu Arterienverkalkung bei Tieren, welche Rotklee eingenommen haben, kam folgendes Ergebnis zustande, welches am Menschen noch getestet werden müsste:

Das gute Cholesterin HDL ist angestiegen und das schlechte Cholesterin LDL ist abgestiegen. Somit wurde das Risiko gesenkt, Schlaganfälle oder Herzinfarkte zu bekommen. Auch Hautprobleme konnten durch Rotklee-Extrakte gelindert werden. Hierbei wurde die Schuppenflechte und Ekzeme getestet.

Roter Klee: Wirkung und Anwendung laut Studien

Auf die potentiell östrogenartige Wirkung von rotem Klee wurde man 1946 aufmerksam. In Australien wurde eine Forschergruppe darauf aufmerksam, dass Weidetiere mit Fruchtbarkeitsstörungen zu kämpfen hatten. Diese bekamen nur Rotklee zum Essen. Folglich wurden die vier Isoflavone als wesentliche Bestandteile entdeckt.

Diese vier Isoflavone Daidzein, Formononetin, Biochanin und Genistein könnten Berichten zufolge gegen Wechseljahresbeschwerden bei Frauen hilfreich sein. Studien konnten bisher allerdings nur zeigen, dass Genistein in den Versuchen die Cholesterinwerte senkte. Ob Phyto-Östrogene zusätzlich auf die Gebärmutterschleimhaut, Brustdrüse und Gehirn wirken, bleibt bisher ungeklärt.

Ähnliches gilt für die anderen Stoffe. Bei seelischen Verstimmungen gab es in Studien ebenfalls positive Ergebnisse, die allerdings nicht bestätigt sind.

Laut Studien könnte die Einnahme bei einigen der genannten Beschwerden, welche durch Schwankungen des Östrogenspiegels entstehen, effektiv sein.

Hormonaushalt beim Männer

Aber auch Männer könnten von der Wirkung des roten Klees profitieren. Denn auch ein Mann ist auf einen guten Hormonaushalt angewiesen. Ein Östrogenmangel bei einer männlichen Person kann ähnliche Beschwerden hervorrufen, wie auch bei den Wechseljahren der Frau. Es kommt zur Gewichtszunahme, Schlafstörungen, depressive Verstimmungen und die sexuelle Lust beim Mann lässt ebenfalls nach. Er wird lustlos und antriebsschwach.

In Österreich wurde im Jahr 2008 eine Studie ihm Hinblick auf PSA-Werte durchgeführt. PSA steht für ,,prostataspezifisches Antigen‘‘. Dies ist ein Enzym, welches von der Prostata gebildet wird. Ein Prostataproblem herrscht, wenn der PSA-Wert zu hoch ist. Im anderen Fall: Sind die PSA-Werte niedrig, handelt es sich in der Regel um eine gesunde Prostata. Aber ein niedriger bzw. normaler Wert ist ebenfalls kein sicherer Beweis dafür, dass keine Krankheit oder sogar Prostatakrebs vorliegt

Das Ergebnis der Studie besagte, dass nach der Einnahme von einem Jahr ein PSA-Wert gemessen werden konnte, der um 30 Prozent reduziert war. Somit deuten die Ergebnisse darauf hin, dass sich roter Klee positiv auf die Prostata auswirken könnte.

Rotklee in der Volksmedizin

Es gibt Laut E/ESCOP keine Indikation für das Anwenden von rotem Klee. Hauptsächlich nehmen Verbraucher Rotklee als Nahrungsmittelergänzung ein, wenn Wechseljahrbeschwerden eintreten.

Die Einnahme bezieht sich auf Extrakt oder Tee aus Rotklee. Die östrogenartige Wirkung wird vielfach noch in Studien untersucht und steht deshalb meist im Vordergrund.

Dosierung von Roter Klee Tee und Extrakt

Der Tee aus Rotklee besteht aus den roten Blüten des Klees. Die empfohlene Tagesmenge beträgt vier Tassen. Eine vierwöchige Kur mit Tee aus Rotklee wird in der Naturmedizin empfohlen, wenn eine Krankheit gerade überstanden wurde.



In 250 Milliliter Wasser werden vier bis sechs Teelöffel frische Blüten aufgegossen. Dies muss 10 Minuten ziehen und dann kann der Tee getrunken werden.

Extrakt

Das als Nahrungsergänzungsmittel bekannte Extrakt des Rotklees ist in Kapseln erhältlich. Soll die Verwendung der Isoflavone in den Vordergrund gebracht werden, sind Kapseln zur Einnahme angeraten.

Die Dosierung wird aus der Packungsbeilage entnommen und ist streng zu beachten. Bei Durchfall oder einer Erkältung wird traditionell eine Tinktur durchgeführt. Hierbei liegt die empfohlene Dosis dreimal am Tag bei 10 bis 20 Tropfen. Diese werden pur eingenommen, können aber auch zuerst in Wasser aufgelöst werden.

Tee und die Bitterstoffe

Der Tee ist bei Anwendern – Erfahrungen der Nutzer zufolge nicht nur beliebt gegen Wechseljahresbeschwerden, sondern wird auch bei Magen-Darm-Beschwerden begleitet aufgrund der Bitterstoffe eingesetzt.

Auch wird er als Mundspülung verwendet. Liegen Entzündungen oder Gelenkschmerzen vor, kann der Tee äußerlich als Umschlag oder Kompresse an der entsprechenden Stelle verwendet werden.

Bei Juckreiz oder Neurodermitis im Genitalbereich, wird der Tee ausgekocht und die übrig gebliebene Flüssigkeit kann für ein Sitzbad verwendet werden.

Die vier wöchige Teekur nach einer längeren Krankheit kann Berichten zufolge auch dazu dienen, dass das Wohlbefinden gesteigert wird und depressive Verstimmungen ausgeglichen werden.

Rotklee Extrakt für den Körper

Zu den wertvollen Pflanzenöstrogenen zählt der Rotklee. Dieser ist aus vier Isoflavonen Daidzein, Biochanin, Genistein und Formoninetin zusammengesetzt. Das Wohlbefinden der Frauen soll vor oder nach den Wechseljahren durch Produkte mit hohem Phytoöstrogen-Anteil ergänzend verbessert werden.

Mögliche Nebenwirkungen

Es ist wichtig, dass roter Klee nicht eingenommen wird, wenn Tumore vorhanden sind, welche östrogenabhängig sind, da Rotklee eine östrogenartige Wirkung haben soll. Ebenfalls wird davon abgeraten, Rotklee bei Schilddrüsenerkrankungen zu sich zu nehmen.

Auch bei einer Schwangerschaft soll kein roter Klee eingenommen werden, da noch keine Erkenntnisse vorliegen, ob dem Kind oder der Mutter damit geschadet werden kann.

Übelkeit, Kopf- und Gelenkschmerzen sind potenzielle Nebenwirkungen. Insgesamt gilt Rotklee als sehr verträglich, solange die empfohlene Dosierung eingehalten wird. Dies wird auch von BfR und EFSA bestätigt.

Roter Klee in der Küche

In der Küche werden die Blüten und Sprossen des Rotklees verwendet. Aber auch die jungen Rotklee-Blätter finden in der Küche Verwendung. In Salate oder Desserts können die süßlich schmeckenden und sehr feinen Blättchen der Blüten verwendet werden. Sie können zu Gelee verarbeitet werden oder werden auch einfach auf ein Butterbrot gestreut, um dies appetitlicher zu machen.

Die Sprossen werden häufig auch in Salate gegeben. Smoothies, Kräuterquark, Suppen oder Salate können mit den jungen Rotklee-Blättern verfeinert werden.

Sammeln und verarbeiten

Roter Klee ist gut sammelbar, da er so gut wie überall wächst. Es ist bloß darauf zu achten, dass der Bereich, in dem der Klee gesammelt wird sauber und schadstofffrei ist. Ist dies der Fall, kann der Rotklee in der Küche oder zur Zubereitung von Tee verwendet werden.

Roter Klee im Garten: Beseitigung und Bekämpfung

Um den Rotklee im Garten zu beseitigen, sollte eine Wurzelsperre tief im Boden angelegt werden, da die Wurzeln immer wieder austreiben und sehr robust sind. Mähen hilft dagegen, dass sich die Samen nicht mehr bilden und somit auch im Garten nicht mehr verteilen können.

Im Beet wird der rote Klee als Unkraut mit einer Grabegabel an der Wurzel aus dem Boden gehoben.

Unkrautvernichter, um den Klee zu entfernen sollte nicht verwendet werden. Zum einen hat dieser eine zu geringe Wirkung und zum anderen werden die Insekten wie Hummeln oder Bienen geschädigt, für die der rote Klee eine Futterpflanze darstellt.

Roten Klee kaufen

Rotklee ist in Form von Tee oder Extrakt im Internet oder in Apotheken freiverkäuflich zu erhalten. Durch die im Klee enthaltenen Phytohormone gilt Rotklee als Naturheilmittel.

Es existieren bereits einige Studien im Hinblick auf die positive Wirkung von Rotklee auf die oben benannten Beschwerden, allerdings sind diese nicht wissenschaftlich nachgewiesen. Weitere Untersuchungen müssen bei den traditionellen Anwendungsgebieten noch getätigt werden.

Studien zu rotem Klee

Roter Klee als Nahrungsergänzungsmittel:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16645539

Roter Klee und die Isoflavone:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16373244

Roter Klee – Eine medizinische Entscheidungshilfe?:

https://www.researchgate.net/publication/8432874_Red_clover_Trifolium_pratense_monograph_A_clinical_decision_support_tool

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