Physalis peruviana – Andenbeere: Inhaltsstoffe & Anbau

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Andenbeere

Die auch als Lampionblume bezeichnete Physalis peruviana oder Physalis alkekengi (damals noch Judenkirsche genannt) gehört zur Gattung der Pysalis Blasenkirchen. Hierzulande ist die Frucht der Pflanze mittlerweile in vielen Supermärkten erhältlich. Sie gehört zu den Nachtschattengewächsen. Bezüglich der Inhaltsstoffe gibt es keine hundertprozent genauen Angaben, die gesichert sind. Besonderheit: Die Blütenblätter und Wurzeln der Physalis alkekengi Art sollen folgende Wirkstoffe enthalten: Tropanalkaloide und Alkaloide, welche mit Hygrin  verwandt sind. Hygrin kommt zum Beispiel auch in der Coca Pflanze vor. Im Folgenden soll jedoch die gewohnte Physalis peruviana, beziehungsweise Andenbeere oder Kapstachelbeere einer näheren Betrachtung unterzogen werden.

Was ist die Physalis peruviana?

Die aus Südamerika stammende Kapstachelbeere oder auch Andenbeere , der Artname ist Physalis peruviana, aus der Familie der Nachtschattengewächse ist in den Tropen und Subtropen oder im Gewächshaus eine immergrüne, zwischen 50 cm und 200 cm großwerdende, ausdauernde Pflanze. Die orangefarbene, runde Frucht ähnelt äußerlich der Cherry Tomate, schmeckt aber intensiv süß-säuerlich.

Anbau  Andenbeere

Die Pflanze lässt sich in Deutschland und der gemäßigten Zone als Kübel-oder Gewächshauspflanze ziehen. Falls die Pflanze durch Kälte absterben sollte, treibt sie möglicherweise neu aus. Aber bei Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt stirbt die ganze Pflanze komplett ab. Sie kommt mit jeder Gartenerde oder Blumenerde zurecht, wenn Staunässe vermieden wird (durch Zugabe von Sand) und sie sollte nicht überdüngt werden weil sie dann nur wächst anstatt Früchte zu produzieren und sie mag es nicht zu trocken.

Sie toleriert Temperaturen zwischen 10°C und 32°C, Die Pflanze wird frostfrei wenigstens 3 Jahre alt werden. Allerdings wirft die Pflanze die Früchte ab, wenn sie auch nur kurz , z.B. während eines Gewitters in einer Sommernacht eiskalten Winden oder auch sehr kaltem Regen ausgesetzt ist. Sie muss auch mit temperiertem Wasser gegossen werden, keinesfalls mit eiskalten aus dem Gartenschlauch. Sie lässt sich an einfachsten auf einer sogenannten Tomatenerde kultivieren, aber sollte später nur die Hälfte der empfohlenen Menge eines Tomaten- oder Beerendüngers erhalten.

Geschmack der Andenbeere

Die gelbe bis orangefarbene Frucht hat einen Durchmesser um 2 cm und befindet sich in einer giftigen Papierartigen Hülle die keinesfalls gegessen werden darf. Die Beeren schmecken süß, etwas sauer, leicht nach Tomate, mit einem Hauch Ananas aber auch schwach bitter. Die Frucht schmeckt als Obst, in Obstsalat, zu Süßspeisen aber sie können auch unter Coktail-Tomaten gemischt werden , in herzhaften Salaten oder auch zur Käseplatte gereicht werden und sie leisten einen Beitrag zur gesunden Ernährung.

Inhaltsstoffe der Kapstachelbeere

100 Gramm des essbaren Anteils der Kapstachelbeeren enthalten 36 µg Vitamin A-Äquivalente als Carotine, 2,8 mg Niacin (Vitamin B3 ), mittelmäßige 11 mg Vitamin C aber immerhin etwas mehr als 1 mg Eisen und 1,9 gr Protein. Um den Vitamin A –Bedarf ausschließlich mit Andenbeeren zu decken, müssten schon 3 Pfund davon verzehrt werden, außerdem schwankt der Carotin Anteil der Kultivare stark.

Die Heilwirkung der Andenbeere auf die Augen ist von der Wildform überliefert und mit dem Fruchtsaft der Wildform mit dem sogenannten Draizetest bestätigt worden. Die Wirkung gegen Krebs, Diabetes sowie Rheumaschübe soll laut traditioneller Überlieferung der südamerikanischen Ureinwohner geht von der giftigen Wurzel und den giftigen Krautteilen weit weniger von den ungiftigen Früchten ausgehen, der Extrakt dieser Pflanzenteile ist antioxidativ. Weiteres dazu siehe Anhang. Im Öl , das in den Kernen enthalten ist, wurden Anteile an Vitamin K sowie Essentielle Fettsäuren festgestellt, die aber von Sorte zu Sorte stark schwanken.

100 Gramm der Kapstachelbeeren

  • Energie Kcal 76 kcal
  • Energie (Kilojoule) 319 kJ
  • Fett 1.1 gr
  • Kohlenhydrate 13.3 gr
  • Eiweiß (Protein) 2.3 gr
  • Salz (NaCl) 3 mg
  • Ballaststoffe 0,5 gr
  • Mineralstoffe 0,3 gr
  • Broteinheiten 1,11 BE

Vitamine in 100 Gramm

  • Vitamin A – Retinoläquivalent 150 μg
  • Vitamin A – Beta-Carotin 900 μg
  • Vitamin E – Alpha-Tocopheroläquivalent 500 μg
  • Vitamin E – Alpha-Tocopherol 500 μg
  • Vitamin B1 – Thiamin 60 μg
  • Vitamin B2 – Riboflavin 40 μg
  • Vitamin B3 – Niacin, Nicotinsäure 2.000 μg
  • Vitamin B3 – Niacinäquivalent 2.583 μg
  • Vitamin B5 – Pantothensäure 200 μg
  • Vitamin B6 – Pyridoxin 50 μg
  • Vitamin B7 – Biotin (Vitamin H) 0,1 μg
  • Vitamin B9 – gesamte Folsäure 8 μg
  • Vitamin C – Ascorbinsäure 28 mg
  • Eisen 1,3 mg
  • Zink 0,11 mg
  • Kupfer 0,115 mg
  • Mangan 0,35mg
  • Kalium 170 mg
  • Iodid 1 µg
  • Omega-3-Fettsäuren 84 mg
  • Omega-6-Fettsäuren 352 mg

Interessant ist der für Obst relativ hohe Proteingehalt mit einer bemerkenswert idealen Aminosäurenzusammensetzung. Mit 2 kg frischen Andenbeeren am Tag wäre man sehr knapp ausreichend mit Aminosäuren versorgt. Da ca 1000 mg das Minimum an Omega-3-Fettsäuren am Tag sind, decken 100 gramm Andenbeeren mit 8,4 % den Tagesbedarf an diesen Fettsäuren. Omega-6-Fettsäuren sind 10 gramm täglich nötig das sind 3,5%. Mit 1 kg Andenbeeren ist auch der Eisenbedarf komplett gedeckt was mit fast allen anderen Obstsorten unmöglich wäre und mit einem Pfund der Manganbedarf abgedeckt wird.

Die Andenbeere hat, was anderes Obst nicht hat. Aber der Vitamingehalt der Physalis peruviana  liegt verglichen mit anderem Obst nicht gerade vorn.
Aber da die Kapstachelbeere sehr lecker ist und auch dem Auge was bietet, kann man sich durchaus öfter diese leckeren Früchte zuführen. Kalium ist reichlich in den Andenbeeren vorhanden. Nach Durchfall oder zuvel Abführmittel fehlt dem Körper Kalium und mit 200 Gramm ist der gesamte normale Kaliumbedarf gedeckt.

Traditionelle Aussagen der Ureinwohner über Physalis peruviana Wirkung

Diese Aussagen wurden nicht von der Schulmedizin bestätigt, es gibt nur zwei Studien zu speziellen Wirkung der Pflanze , siehe Anhang. Der Saft der (wilden) Frucht ist angeblich hilfreich bei Bindehautentzündung – bei Anwendung wie Augentropfen die zusammen mit dem Wasser aus Lianen hergestellt werden. Weitere vor allem in Südamerika traditionelle Heilanwendung gegen innerliche Entzündungen betreffen Abkochungen der giftigen Wurzel oder auch des giftigen Krautes, von derlei Eigenbehandlung ist dringend abzuraten.

Bei der Andenbeere sind alle Pflanzenteile giftig mit Ausnahme der voll reifen Früchte. Grundsätzlich sind bei Augenerkrankungen und Erkrankungen im Allgemeinen Ärzte, Heilpraktiker oder andere Menschen in Gesundheitsberufen um Hilfe zu bitten, denn Internetseiten ersetzen auf keinen Fall individuelle medizinische Beratung.

Kosmetische Anwendungsgebiete

Es kann eine kosmetische Augenkompresse bei müden und gestressten Augen oder Augenringen mit dem verdünnten Saft einer einzigen Beere auf zwei Kompressen (ohne die Kerne) der Kulturpflanze versucht werden. Etwas abgekühlter Grüner Tee ist besonders geeignet. Kosmetische Augenkompressen werden immer äußerlich auf den geschlossenen Lidern angewandt. Bei einem Selbstversuch haben sich die zerdrückten Früchte wegen der Säure und den kleinen Kerne prima für ein Gesichtspeeling bewährt. Dazu wie gewohnt das Gesicht reinigen , und danach drei oder vier mit einer Gabel gründlich zerdrückten Andenbeeren (zuvor mit einem Messer enthäutet) mit kreisenden Bewegungen auf das Gesicht auftragen, fünf Minuten wirken lassen und lauwarm bis kalt nicht allzu gründlich abspülen und dann auf jeden Fall eine Pflegecreme auftragen.

Dies ist aber nur für normale bis fettige Haut geeignet, bei trockener oder empfindlicher Haut könnten Reizungen auftreten. Nach dem Experimentieren mit den Andenbeeren wurde Erfahrungen zufolge auch die Haut der Hände weich und zart. Als Hautpflegemittel sind die Andenbeeren allerdings nirgends im Internet vermerkt, aber schon mal wegen der Fettsäuren in den Kernen müssten sie sehr wirksam sein. Weil die Beeren so lecker waren konnten sie nicht für einen weiteren Versuch für ein Fußpeeling verwendet werden. Liebe Leser und Leserinnen , wir sind aber gespannt auf ihre Erfahrungen.

Mögliche Nebenwirkungen der Physalis peruviana Andenbeere

Bei der essbaren Beere gibt es bei gesunden Menschen keine signifikanten Nebenwirkungen. Außer bei Nierenkranken : hier ist der Kaliumanteil eventuell zu hoch. Bei Fruchtzuckerintoleranten und Diabetikern : Die Frucht enthält Fruchtzucker und Saccharose und 1,1 BE pro 100 Gramm. Die pergamentartige Hülle ist giftig und sollte nicht auf Speisen liegen und nicht in die Hände von Kindern oder hilflosen Personen geraten. Nach dem Pellen die Hände waschen.

Die Hülle ist Berichten zufolge so giftig dass Schwangere lieber beim Pellen Handschuhe tragen sollten. Wie alle Nachtschattengewächse diese nicht an Fleischfressende Haustiere verfüttern und auch nicht an Kinder unter einem Jahr (auch wegen der Säure) sowie Menschen mit schweren Leberkrankheiten sowie bei Leuten mit der Eisenspeicherkrankheit, da der Eisengehalt doch recht hoch ist. Und auch Menschen, die auf ein anderes Nachtschattengewächs allergisch sind – es könnte eine Kreuzallergie auftreten.

Studien zur Physalis peruviana

Artikel über antioxidative Wirkung:

https://www.jstage.jst.go.jp/article/bpb/28/6/28_6_963/_article

Aktivität von Physalis peruviana:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18579763



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