Ling Zhi – Wissenswertes zur Einnahme und Anwendung von Ganoderma Lucidum

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Ling Zhi

Ganoderma Lucidum, so der wissenschaftliche Name des Vitalpilzes Ling Zhi, wird bereits seit über 4000 Jahren in der chinesischen und japanischen Volksmedizin eingesetzt. Ihm werden dort zahlreiche Heilkräfte zugeschrieben. Er wird deswegen auch Pilz der Unsterblichkeit genannt, und spielt auch heute noch eine große Rolle in der TCM (Traditionelle chinesische Medizin). Bereits in Chinas berühmtesten Arzneimittelbuch, dem Shen Nong Ben Cao Jing ist von der Wirkung des Pilzes die Rede. So soll der andauernde Gebrauch von Ling Zhi dem Buch zufolge das Gewicht verringern und die Lebenserwartung erhöhen. Außerdem wird der Pilz in diesem Buch als allerhöchste Heilpflanze klassifiziert, er kommt sogar noch vor Ginseng.

Was ist Ling Zhi?

Anders als der Shiitake oder der Austernseitling, die sowohl als Speise- als auch als Heilpilz in der TCM eingesetzt werden, ist Ling Zhi ausschließlich ein Heilpilz. Was aber auch daher rühren könnte, dass er äußerst bitter schmeckt und eine sehr harte Konsistenz aufweist.

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Ling Zhi ist der chinesische Name des Pilzes. Übersetzt bedeutet Ling in etwa „weiser Mann“, „beten“ oder „spirituelle Macht.“ Zhi bedeutet „Kraut“ beziehungsweise „Kaiserspeise.“ In Japan ist der Vitalpilz unter dem Namen Reishi bekannt, in Korea unter Yoengji und in Vietnam wird er Linh Chi genannt.

Geschichte und Herkunft von Ganoderma Lucidum

Bevor er kultiviert wurde, war Ling Zhi unglaublich teuer, da er sehr selten wild wächst. Im Alten China war er ausschließlich dem Kaiser und hohen taoistischen Mönchen vorbehalten. Weil er so selten war, wurde er in Japan auch Phantom-Pilz genannt und konnte seinen Finder zu einer sehr reichen Frau beziehungsweise reichem Mann machen. Sein Gewicht wurde damals in Gold aufgewogen.

Pionierarbeit in der Kultivierung hat hier Shigeako Mori geleistet, der die ersten Pilzsporen auf Pflaumenbaumsägemehl angebaut hat. Im Orient wird der Ling Zhi Pilz außerdem als Talisman benutzt. Er soll einen Menschen beziehungsweise dessen Zuhause gegen Böses schützen.

Der Pilz wächst überwiegend auf Laubbäumen, sein bevorzugtes Gehölz sind im europäischen Raum alte Eichenbäume. In Asien bevorzugt er eher Pflaumen- und Kirschbäume. Bei Ling Zhi handelt es sich um einen sogenannten „Schwächeparasit“. Ist der Baum krank und hat nicht mehr genügend Abwehrkräfte aufzubieten, siedelt sich der Pilz an.

Beheimatet ist der Pilz nicht nur in Asien, sondern er wächst tatsächlich auch in Deutschland. In unseren Breitengraden lautet sein Name glänzender Lackporling. Sein deutscher Name bezieht sich auf sein Aussehen. Sein Fruchtkörperhut wirkt nämlich wie mit Hochglanzlack überzogen.

Auch seine Form ist außergewöhnlich. Der Stil ist nicht klar vom Fruchtkörperhut abgegrenzt. Das Wachstum erfolgt am Rand des exzentrischen Hutes, wodurch eine Art Wachstumsringe entstehen, die rein optisch an die Jahresringe eines Baums erinnern.

Getrocknet erinnert der Pilz ein wenig an Kork. Er wird auch zu Schmuck und in Gestecken verarbeitet.
Ganoderma Lucidum ist auch in unseren Wäldern heimisch, allerdings ist er sehr selten zu finden.
Ling Zhi wird in zwei Formen gezüchtet, einmal in der ganz normalen Hutform und dann gibt es auch noch die äußerst begehrte Geweihform.

Diese wächst unter bestimmten Kulturbedingungen. Dem Ling Zhi mit Geweihform werden übrigens besonders starke Heilkräfte in der TCM zugeschrieben.

Ling Zhi Inhaltsstoffe und Zusammensetzung

Er enthält über 65% Ballaststoffe und nur 15 % Protein, 1,7 % Zucker und 3,5% Fett. Bislang wurden in Ling Zhi beziehungsweise Reishi über 400 bioaktive Substanzen nachgewiesen. Darunter befinden sich 150 Triterperne, die medizinisch relevant sein sollen und für den bitteren Geschmack verantwortlich sind.

Weiterhin enthält er:

  • 100 verschiedene Polysaccharide
  • Nukleotide
  • Sterole
  • Aminosäuren
  • Bioaktive Proteine
  • Fettsäuren
  • Vitamine
  • Natürliche Mineralstoffe (unter anderem sehr viel Eisen)

Die traditionelle Chinesische Medizin, unterscheidet sich insofern von der westlichen Medizin, als dass ihr Hauptaugenmerk eher auf der Vorbeugung von Krankheiten liegt.

Einer der Hauptschwerpunkte der TCM richtet sich auf die Leber. Da sie das Organ ist, das dafür verantwortlich ist, das Blut zu reinigen. Ling Zhi soll der TCM zufolge helfen, die Leberfunktionen zu verbessern und Erkrankungen der Leber vorzubeugen.

Die in dem Vitalpilz enthaltenen Stoffe sollen dem Organ dabei helfen zu entschlacken. Bewiesen ist diese Tatsache medizinisch jedoch nicht. Wichtig ist es, dass Ling Zhi keine Medikamente ersetzt, sondern nur als Nahrungsergänzungsmittel vermarktet werden darf.

Im Jahr 2013 wurde eine Studie veröffentlicht (siehe Anhang), in der bestätigt wurde, dass Ling Zhi die Leber schützen könnte, wenn eine akute Vergiftung vorliegt. Hier sollen die antioxidativen Eigenschaften zum Einsatz kommen, die der Pilz haben soll. Die Studie wurde jedoch an Mäusen durchgeführt, weshalb kein wissenschaftlicher Nachweis am Menschen aktuell vorliegt.

Ling Zhi Wirkung und Anwendung laut Studien

Ling Zhi soll zwei Hauptwirkungen haben. Zum einen soll er den Alterungsprozess verlangsamen, da er vermutlich verhindert, dass sich sogenannte Lipofuszin-Depots bilden (Fettpartikel und Proteinpartikel die sich in toxischen Depots abgelagert haben).

Außerdem könnte er eine tumorhemmende Wirkung haben. Dies ist wissenschaftlich bisher nicht bestätigt, diese These beruht lediglich auf den Untersuchungen, die am Ende des Textes verlinkt sind und Rückschlüsse auf eine Wirkung beim Menschen zumindest zulassen. So auch bei dem Polyporus umbellatus Pilz.

Die Inhaltsstoffe könnten laut Studien demnach als Adaptogene auf das Immunsystem wirken. Das heißt die Immunabwehr wird gestärkt und Krebszellen würden daran gehindert sich zu teilen. Adaptogene gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen.

Ling Zhi in der Krebsforschung

Ling Zhi könnte womöglich ein potentielles Mittel gegen Krebs sein, was allerdings noch nicht bewiesen ist. Allerdings fanden Wissenschaftler heraus, dass Ling Zhi womöglich helfen kann, die Metastasierung von Krebszellen zu unterdrücken. Wie erwähnt ist dies bisher noch nicht bestätigt worden, weshalb ein Einsatz in der Medizin noch nicht berücksichtigt wird.

Das soll angeblich an den Polysacchariden liegen, die in dem Pilz enthalten sind. Diese sollen bewirken, dass die Krebszellen nicht mehr mithilfe ihres Proteins in die Zellen eindringen können und diese zerstören. Die Polysaccharide sollen helfen, dass diese Enzyme gehemmt werden. Außerdem können die Triterperne, die in Ling Zhi enthalten sind, womöglich toxisch auf Tumore wirken.

Ling Zhi kommt allerdings des Öfteren, vor allem in Japan, als begleitendes naturheilkundliches Mittel bei einer Chemotherapie zum Einsatz. Denn es soll der TCM zufolge so sein, dass der Pilz hilft, die noch gesunden und intakten Zellen zu schützen.



Die Nebenwirkungen einer Chemo- beziehungsweise Strahlentherapie sollen so abgemildert werden können. Hierzu gibt es Studien, aber noch keinen Nachweis, der eine solche Anwendung in Europa offiziell zulässt. Japanische Forscher der Kyushu University haben in einer Studie festgestellt, dass Ling Zhi beziehungsweise Reishi das Wachstum von Krebszellen behindern könnte, die zu Prostata-Krebs führen. Allerdings lagen dieser Studie Laborversuche Reagenzglas zugrunde.

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Daneben existiert auch eine Studie der Massey University in Neuseeland unter der Leitung von Dr. Gao. Hier wurden 34 Krebspatienten mit unterschiedlichen Tumoren im fortgeschrittenen Stadium täglich 1800 mg Reishi verabreicht. Schlussendlich wurde festgestellt, dass bei diesen Patienten die Abwehrkräfte gesteigert wurden.

Weitere Studien zur Krebstherapie

Bereits seit Jahrzehnten forscht der japanische Wissenschaftler und Arzt Dr. Fukumi Morishige welche Wirkung Ling Zhi auf den menschlichen Körper hat. Das Linus Pauling Institute of Science and Medicine, an dem er forscht, wurde übrigens bereits mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet

Zwischenzeitlich hat er mehr als 300 Krebspatientin mit Ling Zhi beziehungsweise Reishi behandelt und dabei erstaunliche Beobachtungen gemacht.

Er hatte zum Beispiel eine 50-jährige Dame in Behandlung, die unter Brustkrebs litt, der trotz Operation bereits in die Lunge gestreut hatte. Aufgrund dessen litt sie unter blutigem Auswurf beim Husten. Dr. Morishige behandelte die Patientin zunächst mit 6 Gramm Ling Zhi beziehungsweise Reishi Extrakt (Dr. Morishige ist Japaner). Nach 6 Monaten war der Krebs verschwunden.

Allerdings ist nicht überliefert ob die Dame sich neben der Reishi Therapie noch anderen Behandlungen unterzog. Durchforstet man das Internet, findet man noch viele weitere Studien zum Thema Reishi beziehungsweise Ling Zhi von Dr. Morishige.

Ganoderma Lucidum gegen Entzündungen?

Dr. Morishige ist trotz mangelnder Beweislage fest davon überzeugt, dass Ling Zhi durchaus zur Krebsprävention eingenommen werden kann. Denn der Vitalpilz soll ihm zufolge entzündungshemmende Wirkungen haben. In diesem Zusammenhang ist erwähnenswert, dass rund 20 Prozent der Krebserkrankungen auf Entzündungen zurückzuführen sind.

Neueste Studien deuten übrigens durchaus darauf hin, dass der Heilpilz entzündungshemmend wirken könnte. Folgende jedoch nicht bewiesene Wirkungsweisen werden dem Pilz in China auch noch nachgesagt:

  • Durch seine adaptogenen Eigenschaften soll er ausgleichend wirken
  • Er soll entzündungshemmend sein
  • Er soll herzstärkende Wirkung haben
  • Er soll blutdrucksenkend wirken
  • Er soll antiallergisch sein
  • Er soll tonisierend und leistungssteigernd wirken

Außerdem wird Ganoderma Lucidum beziehungsweise Ling Zhi nachgesagt, dass er bei regelmäßiger Einnahme Altersflecken verschwinden lassen könnte, so die TCM. Bewiesen ist dies ebenfalls nicht.

Anwendung und Ling Zhi Einnahme

Ling Zhi wird in der Regel in unseren Breitengraden als Extrakt beziehungsweise in Kapseln oder als Pulver verkauft. Deswegen sollte man auch immer die Dosierungsanleitung beachtet werden, da diese durchaus variieren kann, je nach Konzentration. Produkte aus Japan gelten dabei als die reinsten. Natürlich sollte man immer auf Bioqualität achten und darauf, dass die verarbeiteten Pilze möglichst nachhaltig angebaut wurden.

Ling Zhi soll morgens auf nüchternen Magen eingenommen werden, dazu viel Wasser trinken. Denn dann können die Vitalstoffe, die in dem Heilpilz enthalten sein sollen, schneller vom Körper aufgenommen werden. Sehr gut kann Reishi beziehungsweise Ling Zhi auch in Kombination mit Vitamin C eingenommen werden.

Potentielle Nebenwirkungen

Bis zum heutigen Tag, und das obwohl der Pilz schon seit Jahrtausenden zum Einsatz kommt, wurden bis jetzt sehr wenige Nebenwirkungen festgestellt. Unter Umständen kann Berichten zufolge bei einer Überdosierung Durchfall oder ein Hautausschlag auftreten.

Ling Zhi kaufen – Was beachten?

In der Regel ist Reishi oder Ling Zhi in Reformhäusern, Apotheken oder Online in den einschlägigen Shops zu finden. Eine möglichst hohe Reinheit des Produkts ist sehr zu empfehlen.

Ling Zhi selbst anbauen

Natürlich kann man auch versuchen, den Heilpilz zuhause zu züchten. Substratballen sind in diversen Online Shops erhältlich. Diese Ballen sollten in einem möglichst hellen und feuchtem Raum aufgestellt werden. Die Raumtemperatur sollte zwischen 10 Grad und 28 Grad liegen und die Luftfeuchtigkeit sollte mindestens 70 Prozent betragen.

Alle vier bis fünf Tage sollten die Substratballen gewässert werden, entweder ganz traditionell mit der Gießkanne oder mit der Dusche. Nach einiger Zeit wachsen die Pilze aus den knollenartigen Ansätzen heraus.

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Die reifen Pilze werden geerntet, getrocknet und weiterverarbeitet. Wem es möglich ist, der kann den Pilz natürlich auch auf Holz züchten. Sehr gut geeignet sind dafür, neben der Eiche, auch Rotbuche, Birke, Erle, Ahorn und Pflaume. Bevor der Pilz dem Baum eingeimpft wird, sollte das Holz zwischen vier und zwölf Wochen abgelagert sein.

Studien zu Ling Zhi

Anti Tumorwirkung und entzündungshemmende Wirkung:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21945912

Stärkung des Immunsystems:

http://www.spineguys.com/newsletter/june_nutrition.pdf

Wirkung auf die Leber:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8328423

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