Ingwerpulver – Anwendung und Wissenswertes

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Blühender Ingwer

Ingwer – eine Wurzel, die in den verschiedensten Kulturkreisen nicht nur kulinarische Anwendung findet. Speziell das Ingwerpulver wird auch zur Zubereitung von Tees verwendet. Die Gingerole in der Knolle wurden in zahlreichen Studien untersucht. Vielfach wird der Ingwerwurzel eine gewisse Heilwirkung zugeschrieben, die von medizinischer Seite jedoch noch nicht vollends anerkannt ist.

Was ist Ingwerpulver?

Ingwer ist eine Gewürzpflanze aus der Familie der Ingwergewächse. Die Wurzel kommt zwar ursprünglich aus den Tropen und Subtropen, kann aber auch in unseren Breitengraden angebaut werden. Verwendet wird für das Ingwerpulver der Wurzelstock, das sogenannte Rhizom. Die aromatischen Blätter werden mit zu grünem Salat verarbeitet.

Geerntet wird die Wurzel zwischen März und November, zur Haltbarmachung werden sie gerieben oder getrocknet. In dünnen Scheiben und im Backofen getrocknet, bleiben sie für längere Zeit eine prima Zugabe zur feinen Küche.

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Herkunft und Geschichte von Ingwer

Ingwer wird schon sehr lange als Gewürz oder Heilmittel verwendet. Geschätzt wird, dass er schon vor über 4000 Jahren in Indonesien bereits verwendet wurde. Über den Seeweg ging seine Reise dann in den ostasiatischen Raum. Konfuzius, der bekannte chinesische Gelehrte erwähnte ihn in seinen Schriften.

Alexander der Große sorgte dafür, dass seine Bekanntheit auch in Europa wuchs. Seine Feldzüge in Afrika und Indien bescherten ihm die Begegnung mit dem Pulver und er brachte es mit nach Griechenland. Hier wurden die Römer auf die Knolle aufmerksam und der Leibarzt von Kaiser Nero war nach Studien von der Wirksamkeit überzeugt und verordnete den Legionären ein ständiges Mitführen des Pulvers.

Die Mönche im Mittelalter waren die Ersten, die mit Ingwer Heilversuche unternahmen. Angeblich soll das Pulver auch gegen die Pest eingesetzt worden sein.
Hildegard von Bingen stand dem Pulver skeptisch gegenüber, aber nicht wegen der angeblichen Heilkraft, sondern weil es angeblich über eine aphrodisierende Wirkung verfügte, die in der Kirche so nicht angenehm war.

Später waren es die Spanier, die für die Verbreitung und Vermehrung sorgten. Da in dieser Zeit der Gewürzhandel blühte und viele neue Gewürze ins Land kamen, geriet das Ingwerpulver in Vergessenheit. Erst in den sechziger Jahren wurde es wieder entdeckt. Die chinesische Küche hat das Ingwerpulver schon immer als Gewürz verwendet und so fand es den Weg in die deutschen Küchen und auch in die Medizin.

Herstellungsverfahren von Ingwerpulver

Das Ingwerpulver wird aus der frischen Knolle gerieben. Heute ist der Ingwer in jedem Geschäft erhältlich. Die Knolle wird entweder gerieben oder in Scheiben geschnitten. Danach wird sie getrocknet. Als Pulver wird sie sehr oft in der Küche eingesetzt. Der Erntezeitpunkt ist sehr wichtig, denn hier entscheidet sich, ob das Gewürz scharf oder eher mild ist. Saft wird ebenfalls aus Ingwer gewonnen.

Inhaltstoffe von Ingwer

Die Inhaltsstoffe des Ingwers sind ätherische Öle, Harzsäure und neutrales Harz. Diese verursachen den aromatischen Geruch. Für den scharfen Geschmack ist das Gingerol zuständig. Weitere wichtige Bestandteile der Ingwerknolle sind:

  •  Zingibeeren
  • Zingiberol
  • Shogaol
  • Diarylhepanoide

Bei Borneol, Cineol sowie den Scharfstoffen Shoagol und Zingerol handelt es sich um Bestandteile, denen positive Effekte auf Verdauung und den Appetit zugeschrieben werden. Durch die EFSA sind allerdings spezielle Wirkungsbeschreibungen nicht zugelassen, da nicht wissenschaftlich vollends belegt.

Weitere Inhaltsstoffe sind Vitamin C, Eisen, Magnesium, Calcium, Kalium, Phosphor und Natrium.

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Wirkung und Anwendung von Ingwerpulver laut Studien

Laut unterschiedlichen Studien soll das Ingwerpulver eine sehr große Heilkraft bei vielen Krankheiten haben. Doch dies ist mit Vorsicht zu genießen, denn diese Studien sind nicht bewiesen und Wirkungsaussagen durch Hersteller deshalb nicht zugelassen. In der alternativen asiatischen Medizin hingegen wird die Ingwerknolle wie auch die Kurkumawurzel vielfach zu Heilzwecken eingesetzt.

Ingwerpulver gegen Erkältung/Bronchitis?

Eine Hühnerbrühe oder Tee aus Ingwer gilt seit Generationen scheinbar als altes Hausmittel gegen die Erkältung. Die Wirksamkeit wird dem Scharfstoff Gingerol zugeschrieben. Beschrieben wird eine gewisse entzündungshemmende Wirkung, die jedoch ebenfalls nicht von offizieller Seite anerkannt ist. Ein Presseartikel der Uniklinik Freiburg deutet darauf hin: uniklinik-freiburg.de/nc/presse/publikationen/im-fokus/detailansicht/presse/41.html. Eine weitere Verwendungsmöglichkeit ist ein Ingwerwickel äußerlich direkt auf die Brust.

Bei Muskel- und Nervenschmerzen sowie Arthrose und Rheuma soll mit der äußerlichen Verwendung von Ingweröl eine längere Zeit anhaltende Schmerzfreiheit gewährleistet werden. Die Bestandteile in Ingwerpulver un den Ingwerkapseln wie Magnesium, Calcium und Kalium sollen zudem Muskeln und Nerven zugute kommen.

Seefahrer hatten immer Ingwerwurzel bei sich, um einer Reiseübelkeit vorzubeugen. Die Inhaltsstoffe in dem Ingwer könnten unter Umständen laut Studien Übelkeit und Brechreiz vermeiden. Dies gilt nicht für eine Infektion oder virusbedingter Übelkeit.
Nicht nur Regelschmerzen, auch Migräne sollen laut zahlreichen Studien mit der Einnahme von Ingwer behoben werden können. Die Bestandteile der Pflanze sind denen von Aspirin oder Diclofenac ähnlich. Dennoch gilt auch dieses Anwendungsgebiet als medizinisch nicht ausreichend belegt.

Schwangerschaftsübelkeit

Viele Frauen leiden unter Schwangerschaftsübelkeit und auch hier könne Untersuchungen zufolge die Einnahme von Ingwer gut sein. Die Knolle soll Wärme im Körper erzeugen. Diese Information ist allerdings nicht belegt und die Forschungen gehen weiter. Daher ist es ratsam, vorher einen Arzt zu fragen. Es besteht die Möglichkeit dass bei einer zu hohen Dosis die Wehen vorzeitig ausgelöst werden.

Ingwertee oder Ingwerwasser aus getrocknetem Pulver wird bei Diäten oder bei Entschlackungen unterstützend zu einer gesunden Ernährung angewendet. Der Stoffwechsel soll profitieren und die Bitterstoffe erzeugen Wärme im Körper. Aufgrund dessen wird mehr getrunken und die Schadstoffe sollen angeblich leichter ausgeschieden werden. Kritik jedoch: Giftstoffe sind im Körper allerdings wissenschaftlich nicht nachgewiesen.

In der Tiermedizin wird Ingwer als Nahrungsergänzungsmittel häufig gegen Arthrose bei Pferden eingesetzt.

Ingwer und Ingwerpulver in der Krebsforschung

Wissenschaftler in Saudi-Arabien habe festgestellt, dass die Einnahme von Ingwer den Brustkrebs bekämpfen könnte. Auf der veröffentlichten Studie, siehe Anhang berichteten sie über die Anwendung von Ingwer. Tatsächlich soll er die Krebszellen angreifen, jedoch die gesunden Zellen nicht schädigen. Auch südkoreanische Forscher berichteten dasselbe. Dennoch sind die Aussagen bisher noch nicht belegt.



Patienten mit Leber-, Lungen -, Darm- und Prostatakrebs sollen laut einigen Studien ebenfalls von der Einnahme mit Ingwer profitieren. Das Krebswachstum wird scheinbar zumindest laut Studienaussagen gehemmt und der Krebs weniger aggressiv.

Verwendung von Ingwer in der Küche

Je älter der Ingwer ist, desto schärfer wird er. In der Küche findet er in vielen Gerichten seine Verwendung. Er wird gerieben, geraspelt oder einfach in Scheiben geschnitten. Sein Geschmack ist scharf-fruchtig und er kann überall eingesetzt werden. Suppen, Salate oder auch Fleischgerichte bekommen den nötigen Pfiff durch die Zugabe von Ingwer. Viele legen ihn auch ein oder trocknen ihn im Backofen.

Im Handel findet sich Ingwertee, nicht nur pur, sondern auch als erfrischende Mischung. Die Zubereitung des Tees ist einfach, mit kochendem Wasser übergießen und dann zwanzig Minuten ziehen lassen. Zum Süßen wird ein Löffel Honig oder brauner Zucker empfohlen. Die Zugabe von Knoblauch ist ebenfalls möglich, hier sollen die Inhaltsstoffe verstärkt werden.

Darreichungsformen von Ingwer

Ingwer gibt es im Handel als Tee, Kapseln, Tabletten, Pulver und Sirup. Frischer Ingwer kann auch für einen Wickel verwendet werden. Dabei wird der Ingwer gerieben und ausgepresst. Das Ganze wird noch mit Öl gemischt und auf die schmerzende Stelle gelegt.
Ingwerpulver kann als wohltuendes Getränk oder Wickel in heißes Wasser eingerührt, quellen gelassen und dann auf die Brust oder den Rücken gelegt oder getrunken werden.

Frische Ingwerwurzel kann auch in ein Glas Fruchtsaft oder Tee gerieben werden oder sie wird einfach gekaut. Voraussetzung hierfür ist, dass der Geschmack gemocht wird.

Was ist beim Kauf von Ingwerpulver zu beachten?

Das Herkunftsland ist sehr wichtig, denn hier gibt es geschmackliche Unterschiede. Während der Ingwer aus Westafrika sehr scharf ist, hat der Ingwer aus Jamaika einen milden, fruchtigen Geschmack. Beim Kauf sollte auf die glatte, seidige Schale geachtet werden. Um sicherzugehen, dass nur die beste Ware im Verkauf liegt, kann ein Besuch im Reformhaus, Bioladen oder Asiashop sinnvoll sein. Das Ingwerpulver sollte nicht geschwefelt sein.

Dosierung von Ingwer

Grundsätzlich gilt, dass Kinder unter zwei Jahren keinen Ingwer zu sich nehmen sollen. Bei Schwangeren liegt das Maß bei etwa einem Viertel Teelöffel Pulver und bei den Erwachsenen sind es maximal ein Teelöffel Pulver pro Tag.

Eine Tasse Tee soll bei Magenproblemen morgens nüchtern getrunken werden und etwa einen Liter über den Tag verteilt. Bei Kapseln und Tabletten sind die Angaben des Herstellers zu beachten.

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Nebenwirkungen

Da Ingwer Blut verdünnend wirken soll, ist es vor Operationen sinnvoller auf die Einnahme von Ingwer zu verzichten. Magenempfindliche Patienten können auch schon mal Probleme bekommen, wenn sie unter Sodbrennen oder zu viel Magensäure leiden. Durch die Ankurblung der Produktion von Magensäure kann es ins Gegenteil umschlagen.

Auch schwangere Frauen sollten bei der Einnahme etwas vorsichtig sein, denn manchmal kam es schon zu frühzeitigen Wehen bei einer hochdosierten Einnahme.

Studien zu Ingwerpulver

Ingwer in der Krebsforschung:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19481070

Studie zu Brustkrebs:

http://www.hindawi.com/journals/bmri/2001/762515/abs/

Weitere Studien als Quelle:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=ginger

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