Grünlippmuschelextrakt – Wissenswertes, Studien und Anwendungsgebiete

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Grünlippmuschelextrakt

Die Wirkstoffe der Grünlippmuschel sind teils noch ein Mysterium und nicht vollends ergründet. In vielen Bereichen wird das Extrakt der Muschel, die zur Familie der Miesmuscheln gehört für Gesundheitsbeschwerden eingesetzt. Gerade weil es hier jedoch nur wenige Studien und bisher keine ausdrücklich genehmigte, gesundheitsbezogene Angaben gibt, kann man sich lediglich auf Erfahrungen stützen und muss für sich selbst herausfinden, welche Eigenschaften einem zugute kommen können. Das Grünlippmuschelextrakt ist nicht nur bei Haustieren und Hunden oft in der Verwendung. Was steckt überhaupt hinter dem Nahrungsergänzungsmittel und wie wird es in der Naturheilkunde eingesetzt – beziehungsweise welche Gedanken stecken dahinter? Längst wird das Extrakt in Pulver- oder Kapselform in verschiedenen Reformhäusern oder online angeboten und auch in der Pharmazie eingesetzt. Kritik, Wissen und Studien sollen hier beleuchtet und bewertet werden.

Was ist die Grünlippmuschel?

Zu Beginn will einmal geklärt werden, worum es sich bei der Grünlippmuschel – auch „Perna canaliculus“ überhaupt handelt. Die oftmals auch als Grünlipp-Muschel bezeichnete Muschel-Art gehört zur Familie der Miesmuscheln (auch als Mytilidae bezeichnet) und findet sich in den Gewässern Neuseelands wieder. Die Grünschalmuscheln werden dort in riesigen Aquakulturen gezüchtet und in andere Länder exportiert, wo sie zum Verzehr oder zur Herstellung des Extraktes verwendet werden. Die Menge, die für Nahrungsergänzungsmittel verwendet wird ist vergleichsweise klein, da sie in vielen Ländern auch als Delikatesse gilt. Für das Pulver wird ein Teil der Grünschalenmuschel gefriergetrocknet und zu Pulver verarbeitet.

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Wissen sollte man aber auch, dass die Wildbestände in Neuseeland tatsächlich unter Schutz stehen und nicht einfach gefangen werden dürfen. Hier gibt es deshalb strenge Vorgaben für Zuchtbetriebe und Fischer. Die weltweite Nachfrage steigt stetig, weshalb die Zucht fast ausschließlich in Form großer Aquakulturen stattfindet. Vorwiegend findet diese Hängeleinenkultur im Hauraki Gulf und in den Marlborough Sounds statt. Die Exportwerte sind dabei gigantisch und machen jährlich mehrere hundert Millionen NZ Dollar aus. Sicherlich ist hier ein beachtlicher Anteil des Umsatzes dem naturheilkundlichen Einsatz und der pharmazeutischen Verwendung zu verdanken. Hierzulande wird das Grünlippmuschelextrakt im Handel meist unter der Bezeichnung „Neuseeländische Grünschalmuschel“ in Kapselform angeboten. Circa 10% der jährlichen Ernte kommen diesem Zweck zugute.

Die in der Muschel enthaltenen Glykosaminoglykanen (hierbei handelt es sich um langkettige Aminozuckerverbindungen) sind Hauptgrund für die Bewerbung als Grünlippmuschelpulver in der Nahrungsergänzungsmittelbranche. Die Aminozuckerverbindungen, welche zudem in der Gelenkflüssigkeit vorkommen sind Grund dafür weshalb sie naturheilkundlich in vielen Kreisen bei Gelekbeschwerden und in Diäten eingesetzt werden. Hier gibt es jedoch keine wissenschaftlich fundierten Einsatzgebiete.

Neuseeländische Perna canaliculus: Zusammensetzung und Inhaltsstoffe

Die Maori an Neuselands Küste sollen die Grünlippmuscheln gegen Gelenkbeschwerden eingenommen haben, da sie häufig unter Gelenkschmerzen litten und Gelenkserkrankungen bis dato noch völlig unbekannt waren. Immer mehr Forschungen beschäftigten sich mit der potentiellen, heilsamen Wirkung, sodass zahlreiche klinische Studien durchgeführt wurden, die teils mit positivem Ergebnis ausgingen. Dennoch fehlen weitreichende offizielle Bestätigungen durch die Wissenschaft. Zahlreiche Studien – weltweit untersuchen den Zusammenhang zwischen Ernährung und entzündlich-rheumatischen Erkrankungen. Hierbei wurde festgestellt, dass die Ernährung maßgeblich Einfluss nehmen könnte. Zudem existieren zahlreiche Untersuchungen im Hinblick auf die in der Grünlippmuschel enthaltenen Omega-3 Fettsäuren.

Der Pharma-Hersteller Lyprinol hat mittlerweile 36 Studien im Labor und bei Menschen durchführen lassen. Bei derartigen Herstellerstudien spielt allerdings immer noch ein gewisses Eigeninteresse mit ein, weshalb unabhängige Studien von größerer Bedeutung sein dürften. Nichtsdestotrotz hat der Hersteller angeblich herausgefunden, dass beim Einsatz seines Produktes, welches vorrangig das Grünlippmuschelextrakt enthält bei 70-80% der Betroffenen innerhalb 4-8 Wochen Besserungen der Beschwerden festgestellt worden sein sollen. Laut Hersteller auch was die Gelenkbeweglichkeit, Schmerzen und Schwellungen angeht. Oft wird das darin enthaltene Öl mit reinem Fischöl in Vergleich gesetzt.

Beachtlich ist der in der Muschel enthaltene Ölanteil – bestehend aus etwa 90 unterschiedlichen marinen Fettsäuren. Hier ist unter anderem ein Gehalt an Fischöl mit den Omega-3-Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) zu finden. Zudem noch die Eicosatetraensäuren, welche durch die Medien oft mit Entzündungen in Verbindung gebracht werden. Weiters Octadecatetraensäuren. Der Hersteller beschreibt, dass die enthaltenen Stoffe viele Vorteile mitbringen – hingegen im Gegensatz zu vielen Medikamenten fast keine Nebenwirkungen. An dieser Stelle ist jedoch zu bemerken, dass die hier beschriebenen Inhaltsstoffe der Perna canaliculus keinen Arztbesuch oder wichtige Medikamente ersetzen. Sie sind lediglich als Nahrungsergänzungsmittel aus dem Meer anzusehen – ähnlich wie Spirulina Algen.

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Studien über Wirkungen und Anwendungsgebiete

Zahlreiche Studien wurden zur möglichen Wirkung bei Osteoarthritis, Gelenkschmerzen und Rückenschmerzen durchgeführt. Eine im Anhang aufgelistete Studie hat 60 Patienten mit Osteoarthritis am Knie und Hüfte unter die Lupe genommen. Im Zuge der Studie wurden zweimal täglich 2 Kapseln mit oben beschriebenem Lyprinol verabreicht. Beim Mittel handelt es sich um ein Komplex aus 12 verschiedenen Omega-3-Fettsäuren, die aus der Grünlippmuschel extrahiert wurden.

4-8 Wochen nach Einnahme von Lyprinol wurden diverse Parameter untersucht: Wie wurde das Schmerzempfinden durch die Probanten beurteilt? Visuelle Analogskala, Lequesne Funktions-Index und Einschätzung der Ärzte sowie Nebenwirkungen. Die Symptome der Osteoarthritis sollen laut Studie signifikant verbessert worden sein im Hinblick auf alle beschriebenen Parameter. Beschrieben wurde in dem Zeitraum eine „gute Besserung bei den Schmerzen“ und die Gelenkfunktion soll sich verbessert haben. Nebenwirkungen sollen keine wahrgenommen worden sein. Wissenschaftlich erwiesen sind diese Ergebnisse jedoch bisher nicht.

Grünlippmuschelextrakt Kapseln bei Hunden, Pferden und Katzen

Achten Sie immer – bei Mensch und Tieren auf die angegebene Dosierung zur Einnahme der Grünlippmuschel. Für die Verabreichung der Muschel wird das Pulver oder die Kapseln unter das Futter von Hund und Katze gemischt. Hierbei werden die Haustiere über längere Zeiträume mit dem Extrakt gefüttert, da laut Hersteller die Wirkung der Kapseln bei Tieren und Menschen über einen längeren Zeitraum eintreten soll. Erfahrungen von Nutzern zufolge soll es bei unterschiedlichen Beschwerden die Blase betreffend und Arthrose eingesetzt werden. Auch bei schlechtem Wachstum und Gelenkserkrankungen von Hunden, Pferden und Katzen soll die Grünschalenmuschel verabreicht werden können. Wissenschaftliche Beweise diesbezüglich, die offiziell genehmigt sind gibt es hierzu bisher nicht. Bei Unsicherheiten sollte man sich an den Tierarzt wenden.

Wirkung bei Asthma und Entzündungen?

Eine russische Studie der University von St-Petersburg haben eine Studie betreffend Asthma durchgeführt. Die Studie fand im Jahr 2000 statt und bezog sich auf 46 Teilnehmer. Hierbei wurde wieder die Kapsel des Lyprinol untersucht. Auch eine Placebo Gruppe nahm an der Studie teil. 8 Wochen lang wurde zweimal am Tag eine Kapsel oder ein Placebo verabreicht. Bei einer Lyprinol Kapsel war 100 mg Olivenöl und 50 mg Omega-3 enthalten. Im Vorlauf wurden alle Teilnehmer mit Steroiden vorbehandelt.

Die Studie sollte belegen, dass die Extrakte der Grünlippmuschel entzündete Schleimhäute wieder normalisieren könne. Lipidmediatoren und Leukotriene waren hier für die Entzündungen verantwortlich. Enzyme der Grünlippmuschel sollen hier blockieren – es wurde im Zuge der Studie in dem Zeitraum eine Verbesserung der Symptome festgestellt. Die Forscher erkannten, so ist es in der Studie dokumentiert, dass die Atmungsgeschwindigkeit stieg und der Wasserstoffperoxidgehalt der Lunge abnahm. Im Vergleich zur Placebo Gruppe wurde hier ein signifikanter Unterschied bemerkt. Die Studienlage bestätigt dennoch keine gesundheitsbezogene Aussage durch die EFSA – soweit uns bekannt. Die Studie ist am Ende des Textes verlinkt.

Das enthaltene Glucosamin

Die Ergebnisse der Studien zum Extrakt sind durchaus positiv, wenn auch trotz allem nicht offiziell. Positive Effekte der Grünlippmuscheln werden zudem häufig dem Glucosamin Gehalt zugesprochen. Kritisiert wird häufig, dass Muscheln Meerwasser filtern vergleichbar mit der Leber von Tieren, wodurch Schadstoffe und Schwermetalle angereichert werden sollen. Spezialisten empfehlen häufig deshalb pures Glucosamin zur Einnahme. Dieses wird zumeist aus den Panzern von Krebstieren gewonnen. Die in der Muschel enthaltenen Spurenelemente wie Selen und Mangan machen es weiters unabdinglich auf die Dosierung der Hersteller zu achten. Eine gute Qualität der Präparate ist zu beachten.

Nebenwirkungen

Die Muschelpräparate sollen Studien zufolge kaum Nebenwirkungen verursachen. Selten wurden allergische Reaktionen gegen das Muscheleiweiß erfahrungsgemäß festgestellt. Bei bekannten Allergien gegen Fisch oder Muscheln jeder Art sollte man sich zuvor von einem Arzt beraten lassen. Die Einnahme des Grünlippmuschelextrakts ersetzt keine Medikamente. Recherchen zufolge wird in den USA schwangeren Frauen und stillenden Müttern vom Verzehr abgeraten.

Herstellung vom Grünlippmuschelextrakt

Direkt nach der Ernte findet die Herstellung des Extrakts in der Regel direkt in Neuseeland statt. Bei der Herstellung von Grünlippmuschelextrakt brechen die Hersteller die Schalen der Muscheln auf und frieren das Muschelfleisch ein. Anschließend wird es zerkleinert und gefriergetrocknet ohne die Einwirkung von Hitze. Im finalenVerarbeitungsschritt entsteht das Pulver, wozu das Ganze vermahlen wird. Als Maßstab wird zumeist angegeben, dass 5 Teile des Muschelfleischs einen Teil des Konzentrats ergeben.

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Was beim Kaufen beachten?

Wichtig ist wenn möglich auf komplett reines Grünlippmuschel-Extrakt ohne weitere Zusätze zurückzugreifen. Zudem sollte es bei Unverträglichkeiten Gluten- und Laktosefrei sein – was es in den meiste Fällen sowieso ist. Auf eine hohe Qualität und Reinheit sollte man demnach besonders Wert legen. Auch der Preis ist ins Auge zu fassen. Präparate zwischen 15 und 25 Euro – je nach Menge und Konzentrat liegen im akzeptablen Bereich. Bei günstigeren Grünlippmuschel Kapseln muss man unter Umständen die Qualität anzweifeln. Teurere Präparate bringen meist eine größere Menge für Tiere mit (je nach Verwendung sinnvoll). Diese sollten dann unbedingt eine naturreine Qualität aufweisen.

Studien über Grünlippmuscheln

Studie über Lyprinol:



https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12872680

Studie zu Asthma:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12358334

Quelle Artikel zu Muschelpräparate für Hunde und Pferde:

thp-hund.de/archiv/meldung-einzelansicht/datum/2013/05/14/arthrose-und-arthritis-bei-hunden-erfolgreich-behandeln/

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