Graviola – Anwendung und Wirkung sowie Inhaltsstoffe

Graviola
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Die Graviola – auch bekannt unter dem Namen Stachelanone – kommt ursprünglich aus Südamerika beziehungsweise aus der Karibik. Heute ist der Baum in fast allen tropischen Gebieten verbreitet, da er dort ursprünglich als Obstbaum angepflanzt wurde und sich dann auch außerhalb der Plantagen angesiedelt hat. Einige Unterarten der Stachelanone haben es sogar bis nach Spanien und Palästina geschafft. Ein weiteres Anbaugebiet befindet sich in Hawaii. Von dort aus werden die Früchte nach Nordamerika exportiert.

Samen der Stachelannone wurden im Übrigen sogar schon als Grabbeigabe bei alten peruanischen Hochkulturen gefunden.

Was ist die Graviola oder Stachelannone?

In Deutschland ist die Stachelanone unter dem Namen Sauersack oder eben Graviola bekannt. In anderen Ländern heißt sie Soursack, Soursup, Guanàbana, Corossol oder Guyabono. Ihr wissenschaftlicher Name lautet Annona Murciata. Sie gehört zur Familie der Annonengewächse beziehungsweise zur Gattung der magnolienartigen Pflanzen. Die Graviolafrucht ähnelt rein optisch äußerlich einer Kastanie, die Frucht der Stachelanone ist allerdings um einiges größer. Die Blätter des Baumes erinnern an Lorbeerblätter und sind immergrün.

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Der Baum an dem die Graviola wächst wird acht bis zehn Meter hoch, in kultivierten Anlagen erreicht er allerdings nicht diese Wuchshöhe. Der Baum gedeiht in Tieflandwäldern mit dürrem und halbtrockenem Klima. Er ist unverträglich gegen Frost. Die Vermehrung des Baumes für landwirtschaftliche Zwecke erfolgt durch Aussaat oder durch Stecklingskultur.

Die Blüten der Stachelanone sind gelbgrün und riechen sehr aromatisch, ebenso Blätter und Rinde. Aromatisch heißt in diesem Fall: für menschliche Nasen nicht besonders gut, denn die Stachelanone lässt sich durch Fliegen bestäuben. Diese fahren ja bekanntlich auf den Geruch von verwesendem Aas ziemlich ab. So ähnlich riecht der ganze Baum.

Die Frucht wird bis zu 20 Zentimeter groß und erreicht ein Gewicht von ein bis maximal vier Kilogramm. Somit liegt die Beere (denn dazu zählt die Graviolafrucht) gewichtsmäßig in der Klasse der Wassermelone. Die Schale der Riesenbeere ist mit Stacheln gespickt. Diese sind allerdings weich und nachgiebig, da es sich um Reste des weiblichen Geschlechtsapparats der Blüte handelt. Auf Fraßfeinde haben sie keinerlei Wirkung.

Die Samen der Stachelannone, die wie oben schon erwähnt auch als Grabbeigaben bei alten peruanischen Hochkulturen gefunden wurden, enthalten ein Nervengift, das sogenannte Annonacin. Dieses Gift scheint die Ursache für eine bestimmte neurodegenerative Krankheit zu sein, die allerdings nur auf Guadaloupe vorkommt. Diese Erkrankung nennt sich Tauopathie. Allerdings gab es im Jahr 2010 nach ausgiebigen Tests eine Stellungnahme der französischen Lebensmittelsicherheitsbehörde, dass es aktuell keine Hinweise für ein Gesundheitsrisiko gäbe. Es konnte kein Zusammenhang zwischen der Erkrankung und dem Verzehr von Graviola nachgewiesen werden.

2012 wurde mit dem in den Samen enthaltenen Nervengift Annonacin (in Kombination mit anderen pflanzlichen Wirkstoffen) ein Mittel hergestellt, dass die Larven der Gelbfiebermücke zuverlässig tötet. Diese überträgt das gefährliche Denguefieber.

Ernte und Herstellung

Geerntet wird die Graviola im Zeitraum zwischen Januar und März. Der Erntevorgang muss ziemlich schnell vonstatten gehen, kurz bevor die Frucht reif ist. Das liegt daran, dass die reifen Früchte sehr schwer sind. Fallen sie herunter zerplatzen sie in den meisten Fällen und sind dadurch für die weitere Verwertung unbrauchbar. In Einzelfällen kann eine einzelne Frucht sogar ein Gewicht von bis zu 10 Kilogramm erreichen. Im reifen Zustand ist die Riesenbeere äußerst druckempfindlich und verdirbt schnell. Deswegen lassen sich die Früchte auch äußerst schwierig nach Europa exportieren.

Die Graviola lässt sich industriell sehr leicht verarbeiten. Das Fruchtfleisch wird aus der Schale geschabt und durch sieben von den Samen getrennt. Die Beere hat einen äußerst dünne Schale. Dadurch bleibt mehr Saft beziehungsweise Fruchtfleisch für die Weiterverarbeitung übrig.

Die Graviola – vielseitig verwendbar

Der Name „Sauersack“ kommt nicht von ungefähr. Denn das saftige, gelblichweiße Fruchtfleisch mit den dicken schwarzen Samenkörnern schmeckt sehr süß-säuerlich und erfrischend. Manche Menschen bezeichnen den Nachgeschmack der Frucht als honigartig. In südamerikanischen Ländern wird die Frucht gerne ausgepresst. Der dadurch gewonnene Saft dient als Grundlage für Erfrischungsgetränke oder Cocktails. Das Püree wird mit Milch vermischt und eingefroren und anschließend als Sorbet genossen.

In anderen Ländern kocht man wiederum das pürierte Fruchtfleisch, süßt es ordentlich und genießt es dann als Pudding. Auch Süßigkeiten und Speiseeis werden daraus gefertigt.

Die unreifen Früchte werden gerne als Gemüse verwendet. Sie schmecken so ähnlich wie gerösteter Mais. Allerdings nehmen die unreifen Früchte für die Bauern während der regulären Ernte nur einen sekundären Platz ein, da diese sich nicht weiterverarbeiten lassen.

Aus den Blättern stellen die Einheimischen gerne eine Art Tee her. Auch die Blätter, die Rinde, die Samen und die Wurzeln der Graviola beziehungsweise Stachelanone lassen sich verwenden. Bei uns findet man das Fruchtfleisch der Graviola häufig in Tiefkühlfruchtmischungen. Man bekommt es auch in tiefgekühlten Einzelportionen. Auch in fertigen Smoothies mancher Hersteller findet man die Riesenbeere als Zutat oder man mixt selbst einen Smoothie mit dem Pulver-Extrakt.

Reife Früchte bekommt man aus den oben genannten Gründen in unseren Breitengraden eher selten. Zudem ist die reife Frucht nicht sehr lange haltbar und einen Transport bis nach Europa würden sie nicht gut überstehen. Bei uns ist die Graviola – neben der Tiefkühlware – auch als Pulver, Tee oder in Kapselform erhältlich. Auch den Saft oder Trockenfruchtwürfel kann man sich in unseren Breitengraden schmecken lassen.

Das Pulver und der Saft lassen sich zum Beispiel auch wunderbar als Grundlage für Smoothies oder auch zum Cocktailmischen verwenden.  Allerdings sollte man hier eher sparsam sein, da der Saft laut Hersteller stark entwässernd wirken könnte, was aber nicht bewiesen ist.

Die Inhaltsstoffe der Graviola

Vor allem in den Blättern der Stachelannone lassen sich viele pflanzliche Inhaltsstoffe, die sogenannten Phytochemikalien nachweisen. Zu unterscheiden gibt es übrigens das Blätter-Extrakt und das Frucht-Extrakt der Stachelannone. Hier ein kleiner Auszug von gesundheit-medikamente.com:

  • Annohexocina
  • Cohibin
  • Corossolin
  • Donhexocin
  • Javoricin
  • Murihexol
  • Solamin
  • Xylomaticin

Des Weiteren enthält sie viele Nährstoffe und Vitamine wie Vitamin C und Antioxidantien. Außerdem enthält sie Proteine, Kalium, Kalzium, Eisen und Lipide. Die Graviola enthält wenig Säure und verträgt sich erfahrungsgemäß deshalb gut.

Allerdings enthält die Riesenbeere ca. 17g Kohlenhydrate, deswegen sollte sie bei einer Diät und Gewichtsreduktion nur in Maßen eingenommen werden.

Ist die Stachelannone gesund?

Diese Frage kann nicht einfach mit ja oder nein beantwortet werden. Naturheilkundlich findet die Beere auf einem breiten Feld Anwendung, insbesondere natürlich in ihrem Herkunftsland Südamerika. Nachstehend findet man einige oft beschriebene Anwendungsgebiete.

Wir wollen allerdings darauf hinweisen, dass die Einnahme von Graviola keinen Arztbesuch ersetzt und die folgenden Wirkungsweisen und Anwendungsgebiete nicht wissenschaftlich belegt oder anerkannt sind.

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Die Graviolafrucht – Ihre Anwendungsgebiete und viele Mythen

In der traditionellen Naturheilkunde Südamerikas wird die Graviola bereits seit unzähligen Generationen zur Heilung und Linderung von Beschwerden eingesetzt. Dieses Wissen um die Heilkräfte der Stachelannone basiert auf den Kenntnissen der indigenen Völker, das sehr alt ist.

Seit 1878 wurde die Wirkung der Graviola verstärkt wissenschaftlich erforscht. Somit bildet sie eine Brücke zwischen der indianischen Heilkunde und der westlichen Alternativ-Medizin.

International wird seit vielen Jahren an den möglichen tumor-, pilz und entzündungshemmenden Eigenschaften des Baumes und der Frucht geforscht. In den letzten Jahren konzentrieren sich diese Forschungen ganz besonders auf die tumorhemmenden und bekämpfenden Eigenschaften. Allerdings ist bis jetzt noch nichts genaues bewiesen, da Humanstudien fehlen.

In Südamerika, wo die Graviola ja ursprünglich beheimatet ist, wird die Frucht sozusagen als Allround-Pflanze gegen Krankheiten eingesetzt, zum Beispiel zur Bekämpfung einer Pilzinfektion oder bei Wurm-/Flohbefall. Auf der Haut verteilt wirken die zerriebenen Samen angeblich deshalb als Insektenschutzmittel.

Welche Wirkung wird Graviola noch traditionell nachgesagt?

Die Stachelanone weist eine lange naturheilkundliche Vergangenheit auf. Unter anderem bekommt man die Beere als Nahrungsergänzungsmittel in Kapsel-, Tabletten- oder Pulverform. Diese bestehen aus verarbeiteten Blattextrakten. Diese Ergänzungsmittel sollen vermeintlich das Wohlbefinden steigern, da sie den Stoffwechsel unterstützen sollen. Die Food and Drug Administration – USA soll das Graviola Extrakt als „Immunbooster“ klassifiziert haben. Zudem soll die Stachelanone „zell- und gewebeschützend wirken“ – so David Benjamin von der HealthyWildAndFree.

Dem Saft der Beere wird eine entwässernde Eigenschaft zugesprochen. Dies soll demnach auch auf die Kapseln und auf die Tabletten zutreffen. Auch der Tee aus Graviola wird gegen verschiedene Beschwerden eingesetzt. Gegen welche, ist allerdings von Land zu Land unterschiedlich.

In den peruanischen Anden wird der Tee aus den Blättern aufgegossen und traditionell gegen Magenkrämpfe eingesetzt. Die Samen werden zerstampft beziehungsweise zerrieben und helfen der Tradition zufolge gegen Parasiten im Darm beziehungsweise auf der Haut.

Am Amazonas wird der Stachelannonen-Tee aus der Rinde beziehungsweise aus den Wurzeln des Baumes gekocht. Auch dort wird er gegen Krämpfe eingesetzt.

In Brasilien wird der Tee, ebenso wie in Peru, aus den Blättern gekocht. Dort wiederum soll er bei Leberproblemen helfen. Auch in Jamaika und Haiti ist die „naturheilkundliche Wirkung“ der Graviola beliebt. Hier wird sie bei Fieber, Parasiten, Magen-Darm-Beschwerden, Bluthochdruck, Asthma, Grippe und Erkältung eingesetzt.

Einsatz für Ruhe und bei Depressionen?

Bei uns wird der Tee bei Schlaf- und Nierenproblemen oft von Heilpraktikern empfohlen: Fünf getrocknete Stachelanonenblätter werden demzufolge mit 500 ml kochendem Wasser aufgegossen. Die Mischung sollte mindestens fünf Minuten ziehen. Dieser Graviola-Tee soll entspannend und beruhigend wirken. Vereinzelt berichten Anwender sogar über eine fast sedierende Wirkung. Patienten mit leichten Depressionen fanden diese Wirkung im Übrigen durchaus angenehm.

Wissenschaftlich bewiesen sind diese Wirkungen allerdings nicht, sondern sie beruhen allein auf Erfahrungsberichten und Traditionen. Da Graviola in Deutschland als Lebensmittel gilt, darf er lebensmittelrechtlich nicht mit gesundheitsbezogenen Angaben oder Versprechen beworben werden. Bei oben beschriebenen Krankheiten wie Fieber, Bluthochdruck etc. sollte man das Extrakt deshalb nur nach vorheriger Absprache mit einem Heilpraktiker oder Arzt anwenden.

In der Naturheilkunde werden der Graviola folgende Wirkungen nachgesagt – aber auch hier sind diese Aussagen von der europäischen Kommission nicht anerkannt:

  • Antiparasitär
  • Fiebersenkend
  • Astringierend
  • Tonisierend
  • Antibiotisch
  • Verdauungsfördernd
  • Beruhigend und Krampflösend
  • Nervenstärkend
  • Blutdrucksenkend

Hinweis: Diese Wirkungen sind wissenschaftlich nicht nachgewiesen!

Sie kommt demnach laut „Heilpflanzen24“ naturheilkundlich unter anderem bei folgenden Beschwerden zum Einsatz:

  • Bronchitis (Blüten und Blätter)
  • Husten (Blüten, Blätter und auch die Rinde)
  • Koliken (Frucht und auch Blätter)
  • Akne (Blätter)
  • Wassersucht (Früchte, Blätter)
  • Ruhr (Durchfallerkrankung Früchte und Blätter)
  • Fieber (Früchte und Blätter)
  • Mundentzündungen (Früchte)
  • Kopfläuse
  • Darmwürmer
  • Gallenprobleme
  • Rheuma
  • Kolitis
  • Durchfall
  • Diabetes
  • Asthma

Hierbei handelt es sich jedoch um Ergebnisse von Studien oder traditionelle Anwendungsgebiete, ohne, dass diese klinisch belegt sind. Die Einnahme von Graviola ersetzt keinen Arztbesuch! Wenn Sie unter schweren Symptomen leiden, keine Besserung eintritt oder die Beschwerden schlimmer werden, ist ein Arztbesuch unbedingt angeraten! Schwangere sollten vor einer Einnahme unbedingt mit ihrem Gynäkologen sprechen! Aufgrund der Verordnungen der EFSA dürfen hier keine derartiger Wirkungen als Wahr angepriesen werden.

Graviola in der Krebsforschung

Die Stachelanone oder Graviola enthält sogenannte Acetogenine, die zum Teil laut diverser Studien eine Wirkung auf bestimmte Krebsarten zeigen soll. Der Haken an der Sache ist, dass diese Wirkungen bis jetzt nur an Zellen im Reagenzglas oder in Tierversuchen nachgewiesen wurden. Humanstudien gibt es bis heute nicht. Deswegen kann man letztendlich nicht sagen, ob Graviola wirklich wirksam gegen Krebs ist oder nicht. Die Studie ist unten verlinkt.

Möchte ein Patient begleitend zu seiner Therapie Graviola einnehmen, sollte dies mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Graviola ersetzt definitiv nicht die Chemotherapie!

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Gibt es Nebenwirkungen?

Auch hier kann man lediglich auf Nutzererfahrungen und bekannte Studien zurückgreifen. Graviola kann sich einiger Erfahrungen zufolge bei übermäßigem Konsum unter Umständen negativ auf die Darmflora auswirken. Hier kann es entweder zu Verstopfungen oder zu Durchfällen kommen. Auch bei Herz- und Gefäßbeschwerden sollte eine gewisse Vorsicht geboten sein, da für Graviola von blutdrucksenkenden Eigenschaften häufig berichtet wird. Schwangere sollten zudem, wie schon erwähnt, unbedingt vor einer Einnahme mit ihrem Gynäkologen sprechen.

Studien zu Graviola

Untersuchungen zu Krebs – ohne Humanstudien:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18935929

Studie zu Graviola und Magengeschwüren:
https://www.dovepress.com/gastroprotective-activity-of-annona-muricata-leaves-against-ethanol-in-peer-reviewed-article-DDDT

Studie über Wirkung auf Inselzellen:

http://www.ajol.info/index.php/ajbr/article/viewFile/48903/35251

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