Goji Beere – Inhaltsstoffe und Wissenswertes

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Goji-Beeren

Die Gojibeeren – auch als Bocksdornbeeren oder fälschlicherweise oft als „Gotschi Beeren“ bekannt sind bei Superfood Anhängern neben den Acai Beeren mit am Beliebtesten. Die Inhaltsstoffe sind dabei ganz beachtlich. Praktisch zudem, dass sich die trockenen Früchte ideal für Zwischendurch eignen und auch geschmacklich was her machen. Gängige Praxis neben dem normalen Verzehr ist das Versüßen eines Müslis oder Goji Pulver im Smoothie. Im Internet kursieren viele Fakten und Annahmen bezüglich der Wirkungsweise auf die menschliche Gesundheit. In der Vergangenheit gab es hierzu nicht nur eine Handvoll inoffizieller Studien, sondern auch die unterschiedlichsten Publikationen von Magazinen. Da es sich um ein Lebensmittel handelt sind konkrete Aussagen hierzu in Deutschland und Europa jedoch nicht zugelassen, wenn es um die Vermarktung der Bocksdorn-Produkte geht. Inhaltsstoffe und Zusammensetzung sind jedoch gegenüber einigen bei uns einheimischen Beeren andurchaus als Bereicherung anzusehen, weshalb sie vielerorts einen Ruf als sehr gesund hat. Ist das wirklich so und wenn ja warum?

Was ist die Gojibeere?

Die Goji, Goji-Beere oder Bocksdornbeere ist die Frucht des Lycium barbarum (Gemeiner Bocksdorn) oder Lycium chinense – zwei eng verwandte Arten des Bocksdorns in der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Die Familie umfasst auch die Kartoffel, Tomate, Auberginen, Belladonna (schwarze Tollkirche), Chilischote und sogar Tabak. Die beiden Arten stammen aus Asien. Dort besonders in der Region Ningxia, in Qinghai und Gansu. Als natürlicher Standort sind aber auch Südeuropa, Nordamerika, Nordafrika und Australien, beziehungsweise Neuseeland zu nennen. Die Mehrheit der kommerziell produzierten Wolfsbeeren stammt aus der genannten autonomen Region Ningxia Hui in Nord-Zentral-China und der Xinjiang Uyghur Region Westchinas, wo sie auf Plantagen von insgesamt 200.000 Hektar angebaut werden.

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Goji-Beeren-Blätter bilden auf dem Trieb, entweder in einer abwechselnden Anordnung oder in Bündeln eine lanzettliche (geformt wie eine Speerspitze) oder eiförmige Form. Die Blattabmessungen belaufen sich auf 7,0 cm Länge und 3,5 cm Breite mit abgestumpften oder abgerundeten Spitzen. Der Blütenstand enthält einzelne oder Gruppen von Blüten. Der Kelch besteht aus glockenförmigen oder röhrenförmigen Kelchblättern, die kurze dreieckige „Läppchen“ bilden. Die Blütezeit geht von Juni bis September und die Beere reift von August bis Oktober – je nach Breitengrad, Höhe und Klima.

Der Bocksdorn trägt helle orange-rote, ellipsoide Beeren mit einem Durchmesser von 1-2 cm, die von Juli bis Oktober in der nördlichen Hemisphäre reifen. Die Anzahl der Samen in jeder Beere variiert weitgehend je nach Sorten- und Fruchtgröße. Die Goji-Beere enthält 10-60 winzige gelbe Samen. Sie ähnelt äußerlich der hier bekannteren Hagebutte.

Geschmack der Goji Berry

Guter Geschmack ist bekanntlich Geschmackssache. Gegenüber Rosinen und anderen getrockneten Früchten schmecken Goji-Beeren bereits ungesüßt relativ süß (besonders die aus Ningxia-Tal in China) und dennoch äußerst aromatisch mit leicht säuerlicher Note sowie einem Hauch von Herbigkeit. Je nach Sorte und Qualität ist die eine Geschmacksnote mehr oder weniger ausgeprägt als die andere. Manche Sorten enthalten einen höheren Anteil an Bitterstoffen, was gesundheitlich und qualitativ gesehen jedoch keinen Nachteil darstellt. Sie sind knackig in der Konsistenz und weisen einen angenehmen Geruch auf.

Frische Goji Beeren kommen im Geschmack hierzulande einer frischen Paprika oder einer unreifen Tomaten nahe, gerade dann, wenn man sie selbst anpflanzt, da hier weniger Sonne für den Reifeprozess zur Verfügung steht. In bester Qualität ist die Goji Berry geschmacklich gesehen jedoch bei einer Mischung zwischen Kirsche und Cranberry angesiedelt.

Inhaltsstoffe der Goji Beeren: Kalorien, Vitamine und Nährwerte

Was steckt hinter dem Ruf als Anti Aging Superfood? Laut Nutritiondata bringen Goji Beeren etwa 83 Kalorien pro Portion und 349 Kilokalorien pro 100 Gramm auf die Waage. Dennoch sind sie vielerorts beim Abnehmen äußerst beliebt, was den enthaltenen Vitaminen und Mineralstoffen zu verdanken ist. Zum Einen ist der Vitamin C Gehalt beachtlich – obwohl es sich um Trockenfrüchte handelt, nämlich enthalten sie mit 48 mg Vitamin C pro 100 Gramm etwa genauso viel Vitamin C wie 100 Gramm Orangen. Zum Anderen sind etwa 18 Aminosäuren, 16 mg Carotinoide inklusive Zeaxanthin (orangener Farbstoff), 21 Spurenelemente und 13 Gramm an wertvollen Ballaststoffen ohne Fett in Gojibeeren enthalten – so analysierte die USDA Nährwertdatenbank.

Beachtlich auch ist der Calcium-Gehalt, welcher 1,5 mal höher (190 mg) ist als bei Milch. Dazu kommen diverse weitere Spurenelemente wie 6,8 mg Eisen und essentielle Fettsäuren sowie insgesamt jede Menge wertvolle Antioxidantien und sekundäre Pflanzenstoffe. Dementsprechend liest man Recherchen zufolge von einem sehr hohen ORAC-Wert (Oxygen Radical Absorption Capacity), welcher aussagen soll wie gut die enthaltenen Antioxidantien gegen freie Radikale vorgehen können. Ein höherer Wert ist umso besser, jedoch ist wissenschaftlich ungeklärt – inwiefern dieser Wert so verlässlich angegeben werden kann und darf.

Im folgenden die durchschnittlichen Goji Beeren Inhaltsstoffe und Nährwerte nach genannten Quellen:

  • Energie 357 kcal
  • Proteine 10 g
  • Fett 0 g
  • Kohlenhydrate 75 g
  • Ballaststoffe 13 g
  • Zucker 46 g

Mineralstoffe

  • Calcium 190 mg
  • Carotinoide 16 mg
  • Eisen 6.43 mg
  • Kalium 1214 mg
  • Natrium 339 mg
  • Zink 1.07 mg

Vitamine

  • Vitamin A 9000 IU
  • Vitamin C 48 mg
  • Vitamin B2 (Riboflavin) 12 mg
  • Vitamin B3 (Niacin) 4,5 mg

Sind Goji Beeren gesund?

Besonders der Vitamin C Gehalt und das enthaltene Zink sind sehr wertvoll für die Gesundheit. Vitamin C zum Bleistift trägt bei ausreichender Deckung durch die aufgenommene Nahrung oder Nahrungsergänzung zu einer normalen Funktion des Immunsystems (bei 200 mg täglich), Nervensystems und Energiestoffwechsels bei. Interessant auch die Tatsache, dass das Vitamin C dazu beiträgt die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen. Dies wurde hinlänglich bewiesen. Zusätzlich noch von den enthaltenen Ballaststoffen und essentiellen Fettsäuren, Aminosäuren sowie vor allem den enthaltenen Carotinoiden kann der Mensch profitieren. All dies macht die Goji Beere zum absoluten Superfood.

Aufgrund des natürlichen Zuckergehalts sollte man dennoch nicht allzu großzügig mit den Beeren umgehen, gerade wenn man sie im Rahmen einer Diät oder zum Abnehmen einsetzt. Eine Handvoll über das Müsli oder in den Smoothie ist gängige Praxis. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat zudem festgestellt, dass der Verzehr der Gojibeeren unbedenklich ist und keine Gründe bestehen den Verzehr einschränken zu müssen. Humanstudien zeigten keinerlei negative Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit. Jedoch gibt es keine offiziellen Daten hinsichtlich Kindern und schwangeren. Weiteres hierzu, siehe Abschnitt Nebenwirkungen.

Insgesamt ist die Goji also eine wahre Vitaminbombe aus der Natur. In Tibet übrigens hat man dem Bocksdorn sogar einen eigenen Feiertag gewidmet.

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Traditionelle Anwendung und Wirkung der Goji Beere

In der traditionellen chinesischen Medizin werden die Goji Beeren (Bocksdornbeeren) bei hohem Blutdruck sowie hohem Blutzucker, bei Problemen mit den Augen und zur Stärkung des Immunsystems eingesetzt. Sogar zur Behandlung oder Vorbeugung von Krebs wird es dort eingesetzt. Hierzu existieren zwar einige inoffizielle Studien, die eine Vermutung diesbezüglich zulassen – bewiesen sind diese aber nicht.

Als Dosierung werden traditionell 6 bis 15 Gramm der getrockneten Beeren verwendet. Entweder als Tinktur-Extrakt, Absud oder sogar in Wein wird die Goji Beere dort eingenommen. Auch soll der chinesischen Heillehre zufolge das „Yin“ durch die Beeren erhöht werden können, da es bei einem Mangel an Yin in Nieren und Leber zu diversen gesundheitlichen Problemen wie Diabetes, Erkältungen oder Erschöpfung bis hin zu Impotenz oder Tinnitus kommen soll. Manche Quellen berichten zudem über eine Einnahme gegen Unfruchtbarkeit oder vorzeitiges Altern. Hierzulande gibt es allerdings keine wissenschaftlichen Erklärungen solcher Goji Beeren Wirkungen.

Placebo-kontrollierte Studie

Eine placebo-kontrollierte Studie aus den USA, siehe Anhang untersuchte allgemeine positive Effekte des Goji Beeren Safts. Basierend auf den medizinischen Eigenschaften von Lycium barbarum in der traditionellen asiatischen Medizin untersuchte man mit dem Fragebogen subjektive Bewertungen (0-5) hinsichtlich allgemeiner Gefühle wie Wohlbefinden, Glücksgefühle, muskulär bedingte und kardiovaskuläre Beschwerden (Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems) sowie etwaige nachteilige Wirkungen. Auch Körpergewicht, Blutdruck, Pulsfrequenz und Sehschärfe wurden vor und nach dem Verzehr von 120 ml GoChi / Tag oder einer Placebo-Kontrolllösung beurteilt. Die Daten wurden statistisch hinsichtlich Änderungen zwischen Tag 1 und Tag 15 analysiert.

Es wurden keine signifikanten Veränderungen der muskuloskeletalen oder kardiovaskulären Beschwerden in beiden Gruppen beobachtet, jedoch gab es offensichtliche Unterschiede in der sportlichen Leistung, Schlafqualität, Sehschärfe, innere Ruhe, Konzentrationsfähigkeit und Zufriedenheit. Auch eine reduzierte Müdigkeit/Stresssymptome und eine verbesserte Regelmäßigkeit der Magen-Darm-Funktion wurde gegenüber der Placebo Gruppe festgestellt.

Diese Ergebnisse sollen der Studie zufolge gezeigt haben, dass der tägliche Konsum von GoChi (Goji-Beeren Saft) im Zeitraum von 14 Tagen die subjektive Wahrnehmung des allgemeinen Wohlbefindens erhöht hatte und auch die neurologische / psychologische Leistung verbessert wurde. Die Daten deuten darauf hin, dass weitere Untersuchungen angebracht sind, um mögliche positive Auswirkungen von Lycium barbarum auf die menschliche Gesundheit zu bestätigen.

Wie viel täglich essen? – Einnahme und Dosierung

Wichtig ist auch in diesem Fall – Goji Beeren sind kein Arzneimittel und ersetzen solches auch nicht, sondern ein Nahrungsmittel, welches gerne als Nahrungsergänzungsmittel genutzt wird. Dies vor allem, um sich die enthaltenen Nährstoffe zuzuführen. 10 bis etwa 30 Gramm sind die meist empfohlene Tagesdosis an getrockneten Goji Beeren. So versorgt man optimal zusätzlich zu einer gesunden Ernährung seinen Körper mit den wertvollen Vitaminen, Ballaststoffen und Antioxidantien.

Möchte man etwas weniger Kalorien zu sich nehmen, so genügen 1-2 Esslöffel der Gojis im Joghurt, Müsli oder Smoothie. Beim Saft wird meist 120 ml täglich angegeben. Da es sich aber um ein natürliches Nahrungsmittel aus der Natur handelt, welches als ungefährlich eingestuft wurde ist eine Überdosierung ohnehin kaum möglich. Wie bei allem sollte man es dennoch nicht mit der Einnahme übertreiben, egal ob Goji Pulver, Saft oder Kapseln. Wieviel Goji Beeren man täglich essen sollte hängt also letzten Endes ganz von einem selbst ab.

Goji Beeren selbst pflanzen

Die Früchte des Gemeinen Bocksdorn können auch selbst gepflanzt werden. Der Anbau im eigenen Garten gehört zum Bereich des möglichen – je nach Art. Der Bocksdorn wächst besonders gut an sonnigen Standorten. Der Gartenboden muss durchlässig genug sein. Vorteilhaft aber ist tatsächlich, dass der Bockshorn wie auch der Sanddorn relativ gut mit Sandböden und höheren Salzkonzentrationen zurecht kommt. Die später geernteten Beeren werden von den meisten Kennern allerdings hierzulande nicht als besonders schmackhaft empfunden.

In einem größeren Pflanzengefäß kann man den Bocksdorn durchaus auch auf der heimischen Terrasse oder dem Balkon pflanzen. Im Herbst lassen sich die Pflanzen gut durch Steckholz vermehren. Beim Kauf besteht allerdings das Problem, dass häufig wilde Pflanzen angeboten werden. Man sollte deshalb auf Arten wie „So Sweet“, oder „Instant Success“ achten. Diese fruchten in der Regel schon im ersten Jahr. Von Juni bis August erscheinen die dornigen Triebe mit den violetten Trichterblüten.

Pflege der „Gotschi Beere“

Der Bocksdorn kann gut und gerne mehr als 100 cm pro Jahr heranwachsen. Da die Zweige sich wegen des schnellen Wuchses häufig zum Boden neigen sollte man die Goji Pflanzen am besten im Herbst beschneiden. Hat die Pflanze einmal alle Blätter abgeworfen, so kann man optimal die Triebe des Bockdorns zurückschneiden. 5 aufrecht stehende Zweige werden stehen gelassen, der Rest weg geschnitten. Die aufrecht wachsenden Zweige können bis zu einer Länge von 50 Zentimetern zurück geschnitten werden. So werden die Zweige kräftiger und der Strauch wächst üppiger heran. Die Pflanze ist an sich winterhart und relativ robust.

Bocksdorn Wolfsbeere: Kapseln oder Pulver?

Goji Beeren Pulver eignet sich besonders gut für Smoothies. Kapseln sind dazu gedacht von den Vitaminen profitieren zu können, ohne die Beeren verzehren zu müssen. Zudem weisen sie eine höhere Haltbarkeit als die getrockneten Früchte auf. Auch das Pulver ist in der Regel relativ lange haltbar. Bei den Kapseln sind häufig noch zusätzliche Nährstoffe oder Komponenten beigesetzt. Möchte man rein von der Kraft der Goji Beere profitieren, so sollte man auf die Reinheit der Kapseln achten. Angepriesen werden sie vor allem zur Stärkung des Immunsystems aufgrund des Vitamin C Gehalts und aufgrund der Antioxidantien. Sozusagen als Vitaminbombe für Vitalität und gesundheitsbewusste Menschen. Wer nicht auf den vollen leckeren Geschmack der Beeren verzichten möchte, sollte zu den Trockenfrüchten greifen.

Der Goji Saft

Auch fertigen Goji Saft kann man kaufen. Dieser ist jedoch selbst online relativ schwer erhältlich. Auch preislich gesehen ist er deutlich teuer als vergleichbare Säfte – dafür mit vielen konzentrierten Nährstoffen, ähnlich wie der Noni Saft. Auf der sicheren Seite ist man auch hier mit Bio Siegel. Selbst herstellen kann man ihn nur aus frischen Beeren, die es in Deutschland nur sehr selten zu kaufen gibt.
Bio Goji Beeren kaufen – worauf achten?

Goji Produkte sind sowohl für Vegetarier, als auch für Veganer geeignet. Manche Hersteller sind ins Kreuzfeuer der Kritik aufgrund von Pestizidbelastungen geraten. Hierauf sollte man besonders achten sowie auf eine möglichst gute Bio Qualität. Bei Kapseln oder Pulver sollte man nachschauen, ob eventuell zusätzlich noch künstlich Vitamin C beigesetzt wurde, was nicht notwendig ist. Da auch so die Reinheit und Natürlichkeit darunter leidet. Beim Kauf ist also insbesondere auf eine gute Qualität zu achten.

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Goji Beeren Nebenwirkungen

Es wird davor gewarnt, dass Goji Beeren in Verbindung mit bestimmten blutverdünnenden Medikamenten nicht eigenommen werden sollten. Da es sonst zu einer Blutungsneigung kommen könnte. Für schwangere und Kinder gibt es bisher keine aussagekräftigen Untersuchungen. In Zweifelsfall sollte man von einer Einnahme bei diesen Risikogruppen absehen. Die Beere wurde insgesamt nicht als toxisch eingestuft – Nebenwirkungen sind generell sonst keine bekannt, solange man gegen derartige Beeren nicht allergisch reagiert.

Studien über Goji Beeren

Allgemeine Studie:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18447631

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