Cranberry – Anwendung & Wirkung sowie Inhaltsstoffe

Cranberry
Cranberry

Früher war die Cranberry bei uns unter dem Namen „Kulturpreiselbeere“ bekannt, doch mit dieser Beerenart hat sie relativ wenig zu tun (auch wenn sie rein optisch wie eine größenwahnsinnige Preiselbeere aussieht). Ihre korrekte deutsche Bezeichnung lautet  Großfrüchtige Moosbeere oder lateinisch Vaccinium macrocapon. Früher wurde sie Kranbeere oder Kranichbeere genannt.

Verwandt ist die Cranberry mit der Preiselbeere nicht sondern, überraschenderweise, mit der Heidelbeere. Auch größenmäßig unterscheidet sie sich von der Preiselbeere. Denn wie fast alles, das seinen Ursprung in Amerika hat, ist sie sehr viel größer. Rein optisch gleichen sich die Beeren (eben bis auf die Größe) aber fast bis aufs Haar.

Als die Cranberry und ihre „Wirkungsweise“ noch nicht so bekannt war, bekam man sie in unseren Breitengraden allerhöchstens als Nischenprodukt. Jeder der sich zu den Anfangszeiten der Serie „Sex and the City“ stilgerecht einen Cosmopolitan mixen wollte, weiß wie schwer es war, an den Cranberry-Saft zu kommen, der ein essentieller Bestandteil dieses Cocktails ist.

Seitdem die Cranberry auch bei uns auf dem Vormarsch als sogenanntes Superfood ist, gibt es die Beere und ihren Saft flächendeckend im Handel oder Online auch als Kapseln. Egal ob im Reformhaus, im Supermarkt oder im Biomarkt. Sogar bei Discountern ist sie schon gesichtet worden.

Frische und Geschmack

Während der Erntezeit sind in unseren Breitengraden sogar durchaus frische Beeren erhältlich. Ansonsten bekommt man sie getrocknet, tiefgekühlt oder als Saft. Der Geschmack der Cranberry ist jedoch etwas gewöhnungsbedürftig. Am ehesten lässt er sich als herb süß-säuerlich beschreiben, was nicht unbedingt jeder mag.

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Die getrockneten und auch die frischen Beeren kann man entweder solo essen oder damit Gebäck herstellen (zum Beispiel Muffins, Cookies oder Früchtebrot). Man kann sie aber auch ins Müsli oder in den Joghurt geben. Getrocknete Cranberries sehen ein bisschen wie Rosinen aus, schmecken aber ganz anders und fruchtiger. Auch den Saft kann man solo genießen oder eben leckere Cocktails oder Smoothies damit mixen. In Amerika ist ein Thanksgiving-Menü ohne Cranberry Sauce fast undenkbar! Beim Kochen nimmt der Vitamin C-Gehalt der Cranberry allerdings stark ab. Außerdem kann man die Beeren einkochen und leckere Marmelade daraus machen.

Was ist die Cranberry?

Die Cranberry ist ein immergrüner, mehrjähriger Strauch. Er zählt zur Familie der Heidekrautgewächse und, wie oben schon erwähnt, zur Gattung der Heidelbeeren. Neben der Cranberry, die bei uns auch als Großfruchtige Moosbeere bekannt ist, gibt es noch die Gewöhnliche Moosbeere. Beheimatet ist sie in Europa, Asien und Nordamerika. Ihre ursprüngliche Heimat sind die Hochmoore im östlichen Nordamerika. Der Strauch wächst niederliegend-aufsteigend, dass heißt die Zweige breiten sich am Boden „kriechend“ aus, während die Zweigenden aufgestellt sind.

Die Blätter des Strauches sind ledrig und haben eine Länge von circa 1-2 Zentimetern. Die sich selbst befruchtenden rosa Blüten kommen ab Juni zum Vorschein, allerdings erst im dritten Jahr nach Anpflanzung.

Wie schon erwähnt, ist die Cranberry dazu fähig, sich selbst zu befruchten. Mehr Früchte trägt der Strauch allerdings, wenn die Blüten von einem anderen Cranberry Strauch befruchtet wurden. Kommt Wind auf bewegen sie sich ähnlich wie der Kopf eines Kranichs, daher stammt auch ihr Name „Crane Berry“ oder eben Cranberry. Ein weiterer deutscher Name, wie oben schon erwähnt, war neben „Großfruchtige Moosbeere“ Kranbeere oder Kranichbeere. Der komplette Strauch erreicht eine höhe von 20 cm bis 2 Metern.

Einsatz bei den Ureinwohnern als Heilbeere

Cranberrys wurden schon von den amerikanischen Ureinwohnern medizinisch genutzt. Medizinmänner machten zum Beispiel Cranberry-Umschläge bei Wunden, um Entzündungen vorzubeugen. Außerdem wurde mit dem Saft Nahrung haltbar gemacht und  Kleidung eingefärbt.

Amerikanische Walfänger nahmen die Beeren mit auf ihre Schiffe, um der gefährlichen Skorbut-Erkrankung vorzubeugen. Diese Erkrankung tritt auf, wenn dem Körper längere Zeit das wichtige Vitamin C fehlt. Cranberrys enthalten 13,3 mg pro 100g.

Die Ernte

Geerntet wird die Beere im Zeitraum von Mitte September bis November. Warum gerade November? Die Cranberry ist in Amerika eine beliebte Zutat für jedes Thanksgiving Menü. Dieser Feiertag wird am vierten Donnerstag des Novembers gefeiert.

Unter anderem spielt Wasser bei der Ernte der Cranberry eine wichtige Rolle, denn die Beere ist leichter als dieses. Das liegt an den Luftkammern, die sich im Inneren der Beere befinden.

Vor dem eigentlichen Erntetag werden die Felder, auf denen die Sträucher stehen geflutet, bis sie circa 45 cm unter Wasser stehen. Am eigentlichen Tag lösen die sogenannten „Rührbesen“ (englisch: Egg Beaters) durch den Wasserstrudel den sie verursachen, die Beeren von den Sträuchern. Durch ihre geringere Masse beziehungsweise dadurch, dass sie im inneren vier Luftkammern besitzen, treiben die Beeren an die Oberfläche. Anschließend werden sie von den Bauern zusammengerecht und in riesigen Behältnissen verstaut.

Natürlich können die Beeren auch trocken geerntet werden. Hier kommen mechanische Pflückmaschinen zum Einsatz, die die Cranberries von den Sträuchern „kämmen“. Die so geernteten Beeren fallen anschließend in einen riesigen Leinensack, der hinter dem Traktor aufgespannt ist. Seitdem die Cranberry ihren Siegeszug angetreten hat, wird sie auch in Deutschland angebaut.

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Wo kann ich Cranberries beziehen und welche Darreichungsformen gibt es?

Die wohl bekannteste Form, die bei uns in Deutschland erhältlich ist, ist der Cranberry- Saft. Diesen bekommt man sowohl im Supermarkt, beim Discounter,  im Reformhaus oder in der Drogerie. Allerdings sollte man hier ein bisschen aufpassen. Denn oft sind die Säfte stark gesüßt, da der ursprüngliche Geschmack eher herb süß-säuerlich ist. Möchte man also auf seinen Körper achten, sollte man auf einen niedrigen Zuckergehalt achten.

Auf der sichersten Seite ist man mit Direktsaft aus Cranberries. Dieser ist jedoch häufig nur in der Apotheke, online oder im Reformhaus erhältlich. Man kann sein Glück aber auch im Bioladen oder in Internet-Shops versuchen.

Kapseln

Eine weitere Darreichungsform sind Cranberry-Kapseln. Diese bestehen in der Regel aus einem Extrakt oder einem Konzentrat in Pulverform, das aus getrockneten Cranberryes gewonnen wird. Häufig werden den Kapseln noch weitere Stoffe zugesetzt, wie Selen, Zink oder Granatapfelpulver. Zu kaufen gibt es diese Kapseln in der Apotheke oder Online. Veganer sollten darauf achten, dass die Kapseln nicht aus Gelatine bestehen.

Lutschtabletten und Tabletten

Sehr beliebt sind Cranberries auch in Tablettenform. Die Herstellung erfolgt ähnlich wie bei den Kapseln, nur dass die Tabletten gepresst werden. Veganer sind mit Tabletten auf der sicheren Seite, da diese in der Regel keine Gelatine enthalten. Weil die Lutschtabletten oft sehr süß sind, kommen sie häufig bei Kindern zum Einsatz. Dabei sollte man allerdings beachten, dass diese keine Bonbons sind! Das Lesen des Beipackzettels ist also Pflicht.



Natürlich gibt es auch noch Cranberry Tee, Extrakt und Dragees und etliche weitere Darreichungsformen. Hier sollte man immer darauf achten eine gute Qualität, möglichst Bio zu kaufen.

Welche Wirkung der Cranberry nachgesagt wird – Mythen und Fakten

Die enthaltenen Vitamine (insbesondere Vitamin C), Niacin, Carotin und Antioxidanzien sind hervorzuheben. Laut Verbraucherzentrale schützen die Antioxidanzien vor oxidativem Stress (Quelle:verbraucherzentrale.de/antioxidantien). In Sachen Cranberry Wirkung ist die Studienlage allerdings noch relativ dünn. Nachgesagt wird dem Stoff (OPC) aus der Cranberry eine antikanzerogene und Blutdruck-senkende Wirkung – diese ist aber nicht wissenschaftlich belegt oder bestätigt. Die Quelle hierzu finden Sie am Ende des Textes – aus dem Buch „Gesund alt werden – ein Wunschtraum? unter Proanthocyanidine.

Das allgemeine Wohlbefinden soll profitieren. Sie enthält Vitamin C, A und K, Kalium und Natrium sowie Proanthocyanidine. Dieser sekundäre Pflanzenstoff soll laut Atlantis Pharm unter anderem auch den „Zellalterungsprozess verlangsamen“ (Zitat aus atlantis-pharm.com/Cranberry.htm). Zudem soll sie sich positiv auf die Mundhygiene auswirken und das Immunsystem stärken. Da es sich jedoch bei der Cranberry um ein Lebensmittel handelt sind gesundheitsbezogene Angaben nicht zulässig und anerkannt.

Cranberry und Blasenentzündung

Eines der bekanntesten Hausmittel gegen eine Blasentzündung in Omas-Trickkiste soll der Cranberrysaft sein. Immer wieder liest man hiervon im Internet. Durch das Proanthocyanidin, das in den Cranberrys enthalten ist, sollen Bakterien daran gehindert werden, sich an den „Wänden der Harnwege anzuheften“.

Unklar ist, welche Mengen an Cranberrysaft getrunken werden müssen um einer Blasenentzündung vorzubeugen, da es keine Daten zur Bioverfügbarkeit gibt. Zumal auch diese Eigenschaft wissenschaftlich nicht bestätigt wurde – lediglich wird der Saft traditionell so angewendet. Allgemein unter Kennern gilt aber ein Liter als Richtwert. Bei einer akuten Blasenentzündung sollte der betroffene Patient aber sowieso vermehrt Flüssigkeit aufnehmen, damit die Bakterien ausgespült werden. Manche Naturheilpraktiker verordnen die Cranberry hier auch in Kapselform. Wir raten allerdings von einer Anwendung hier ohne vorherige Absprache mit dem Arzt oder Heilpraktiker ab!

Beachten Sie nämlich, dass weder das Trinken von Cranberry-Saft noch die Einnahme von Kapseln einen Arztbesuch ersetzt. Sollten die Beschwerden sich nicht bessern oder schlimmer werden sollte dringend eine Arztpraxis aufgesucht werden.

Studien zu der Wirkung sind teils widersprüchlich. Einige belegen die Wirkung, einige sagen, dass die Wirkung nur bei jüngeren Menschen auftritt und wiederum andere besagen, dass die Cranberrys überhaupt keine Wirkung haben.

Eine Antioxidative Wirkung?

Cranberries enthalten Stoffe, die angeblich den Körper vor den sogenannten „freien Radikalen“ schützen sollen. Diese werden Antioxidantien genannt. Die freien Radikale fördern – so heißt es Erkrankungen wie Krebs oder Arteriosklerose. Zudem wirken sie negativ auf die Hautalterung. Die Antioxidantien, die in der Cranberry enthalten sind sollen die Fähigkeit besitzen diese freien Radikale an sich zu binden und sie dadurch unschädlich zu machen. Es gibt hier zwar Studien, aber keine offiziellen Belege. Die Quelle hierzu haben wir oben im Abschnitt „Welche Wirkung“ genannt.

Wie weit diese Wirkung also reicht und ob überhaupt, ist bis jetzt wissenschaftlich noch nicht genau erforscht worden.

Cranberry und Magen-Darm Erkrankungen

Forscher des renommierten St. Francis College fanden heraus, dass Cranberrys beziehungsweise der Saft wirksam gegen bestimmte Darmviren sein kann. Getestet wurde die Reaktion auf Magen-Darm Viren, die insbesondere kleinen Kindern gefährlich werden können. Der Haken an der Sache: Die Tests fanden im Reagenzglas statt. Humanstudien fehlen noch.

Es gab weiterhin eine Studie bezüglich der Wirksamkeit bei E.Coli Bakterien. Die in den Cranberrys enthaltenen Flavanole und Gerbstoffe können unter Umständen ein Andocken der Bakterien an die Magenschleimhäute verhindern. Dennoch ersetzt die Cranberry auch hier nicht den Arztbesuch. Den Link zur Studie (allerdings hier ebenfalls ohne wissenschaftlichen Beweis) finden Sie am Ende.

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Was ist in der Cranberry drin?

Wie schon erwähnt enthält sie Vitamin C, A und K, Kalium und Natrium und  Proanthocyanidine. Der Vitamin C Gehalt beläuft sich auf 13,3 mg pro 100g (Quelle: eatsmarter). Zudem enthält die Beere organische Säuren, wie Zitronen- oder Apfelsäure. Dieser Gehalt sorgt dafür, dass die Vitamine und Mineralstoffe noch lange nach der Ernte darin erhalten bleiben. Weiterhin enthält die Cranberry Phosophor.

Weitere Wirkungen, die der Cranberry nachgesagt werden – sie sind allerdings nicht wissenschaftlich bewiesen und deshalb nicht zugelassen.

Unter anderem soll die Cranberry vermeintlich bei folgenden Beschwerden eine positive Wirkung haben:

  • Durchfall
  • Appetitlosigkeit
  • Fieber
  • Rheuma, Gicht
  • Magengeschwüre
  • Vitamin C-Mangel
  • Zwölffingerdarmgeschwüre
  • Angina-Pectoris
  • Diabetes
  • Bluthochdruck
  • Erkältungskrankheiten

Nebenwirkungen der Cranberries:

Durch die in der Cranberry enthaltenen Gerbstoffe können unter Umständen Bauchschmerzen auftreten, berichten viele Erfahrungen. Es sind zwar keine negativen Wirkungen bei einer Schwangerschaft bekannt, trotzdem sollten Schwangere mit ihrem Gynäkologen sprechen, bevor sie Präparate anwenden die Cranberry enthalten

Weiterhin sollten Menschen, die unter Nierensteinen leiden bei Cranberriys etwas aufpassen. Bestimmte Inhaltsstoffe der Beere können unter Umständen eine Neubildung der Steine begünstigen – so liest man zumindest häufig.

Zudem können sich Cranberrys oder Cranberry-Präparate eventuell auf die Blutgerinnung auswirken. Patienten die Gerinnungshemmer einnehmen, sollten unbedingt Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt halten.

Rezept für einen Cranberry Smoothie

Zutaten (die natürlich variiert werden können)

1 Banane
200 Gramm Cranberryes
100 Gramm Heidelbeeren
Honig oder brauner Rohrzucker zum Süßen
250 ml Milch (alternativ Mandelmilch oder Sojamilch)

Alle Zutaten in einen Mixer geben und miteinander vermischen.

Cranberry-Saft bildet auch eine gute Grundlage für einen Smoothie. In diesem Fall kann man zum Beispiel kleingeschnittene Mango oder Äpfel hinzugeben. Man sollte einfach ein bisschen rumprobieren, was einem schmeckt.

Studien zur Cranberry

Studie zur Wirksamkeit bei Blasenentzündung:

http://cid.oxfordjournals.org/content/52/1/23

Studie zu den E.Coli Bakterien:

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24215458

Quelle „Gesund alt werden“:
https://books.google.de/books?id=tFVIAgAAQBAJ&pg=PT226&lpg=PT226&dq=zellalterung+Proanthocyanidine&source=bl&ots=FW6xqAf0_7&sig=1Fpn-3-OrNmKC8bM06SJ6Jd3rOo&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwj8jNz-yK_PAhUBmBoKHeZ3CSwQ6AEINzAF#v=onepage&q=zellalterung%20Proanthocyanidine&f=false

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