Blaumohn – Nährwerte und Wissenswertes zum Papaver somniferum

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Blaumohn – Papaver somniferum

Blaumohn wird gerne zum Backen verwendet. Der Schlafmohn findet aber auch als Nahrungsergänzungsmittel seinen Einsatz. Man kann ihn online und in vielen Geschäften kaufen. Seine Einsetzbarkeit ist denkbar vielfältig. Allerdings darf Blaumohn aufgrund des enthaltenen Morphins nicht bedenkenlos dosiert werden. Deshalb gilt es auch die Herstellerangaben genau zu beachten.

Was ist Blaumohn?

Blaumohn, oder im lateinischen Papaver somniferum, ist auch bekannt als Mohnsamen, Mohnsaat und Schlaf-, Blau- oder Gartenmohn. Der zu den Mohngewächsen gehörende Blaumohn ist eine von 600 verschiedenen Mohnarten und gilt auch als Kapselfrucht. Die Pflanze, die im mittleren Osten und Asien existiert, wird bis zu 1,3 Meter hoch und besitzt große, längliche Blätter. Die Blüte kann weiß, purpurviolett oder dunkelrot bis rosa sein, je nachdem um welche Sorte es sich handelt.

Ab Mai beginnt die Pflanze zu blühen und je nach Sorte ist im Juli bis September das Ende der Blütenzeit. Heute baut man Blaumohn in Asien, Australien, dem Balkan und den Mittelmeerländern aber auch in Holland, Ostfriesland und Baden an.

Aus Australien stammt jedoch die aromatischste Sorte. Schon im alten Ägypten wurde Blaumohn als Gewürzmittel genutzt. Das bekannte Rauschmittel Opium, wird aus dem Saft der Blüte gewonnen.

Der eingetrocknete Milchsaft, welcher aus den unreifen Kapseln entnommen wird bezeichnet man als Opium. Morphin ist hierbei das bekannteste Opiumalkaloid. Ebenfalls können Alkaloide auch in den Mohnsamen enthalten sein, jedoch nur in Spuren. Die von dem Blaumohn enthaltenen ölhaltigen, nussigen Samen werden in manchen Lebensmitteln verwendet.

Anwendung in der Küche: Backmohn mahlen und zubereiten

Beim Backen mit Mohn müssen einige wichtige Dinge beachtet werden. Blaumohn enthält naturgemäß Morphin, welches in Übermaßen gesundheitsschädlich wirken kann. Morphinhaltiger Mohn kann bei übermäßigem Verzehr zu Übelkeit, Schwindel und Atem- und Kreislaufproblemen führen.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), welches seit 2007 Richtwerte für den Morphingehalt in Speisemohn geschaffen hat, empfiehlt Blaumohn vor dem Verzehr oder vor dem Backen zu waschen.

Hierbei werden die Mohnsamen in einem Topf mit Wasser gründlich gewaschen und anschließend wird der feuchte Blaumohn für ungefähr zehn Minuten bei etwa 80 bis 90 Grad Ober-Unterhitze in den Ofen gegeben.

Anschließend kann der Mohn zum Backen oder zum Verzehr verwendet werden. Beim Backen eines Mohnkuchens wird das Morphin fast komplett beseitigt, da die Hitze direkt anfängt zu wirken.

Beim Rohverzehr von Blaumohn ist der Höchstwert von 20 Gramm pro Tag nicht zu überschreiten, um ein Übermaß zu vermeiden.

Geschmack, Aroma und Aussehen

Der Geschmack von Blaumohn ist etwas nussartig und seine Samen geben einen feinen Geruch ab. Nach richtiger Verarbeitung hat sich das Aroma vollständig entwickelt. Der kleine reife Samen besitzt eine bläuliche Farbe. Allerdings gibt es auch noch nicht ganz reife Samen, die weiß oder grün sind. Jedoch werden nur blaue Samen zum Backen oder zum Verzehr verwendet.

Küchentipp: Da die Samen ziemlich hart sind empfiehlt es sich, sie in einem Mörser zu zerstoßen oder sie in eine Mühle zu geben. Wenn das Aroma verstärkt werden soll, werden die Samen zuerst geröstet und somit auch das Zerstoßen im Mörser vereinfacht. Die Morphinbelastung wird mit jedem einzelnen Verarbeitungsschritt (Mahlen, Dämpfen, Trocknen, Backen) verringert.

Blaumohn – Nährwerte und Zusammensetzung

Bezüglich der Nährwerte kann man sagen, dass Blaumohn 487 Kilokalorien pro 100 Gramm aufweist. Daneben enthält Blaumohn 20.500 Milligramm Ballaststoffe und 23.821 Milligramm Eiweiß.

  • Fett liegt bei 42,2 % und macht somit den größten Teil aus.
  • Kohlenhydrate sind nur sehr wenig enthalten, nämlich 4.200 Milligramm.
  • Außerdem zählt Blaumohn mit einem Anteil von etwa 2,5% zu den calciumreichsten Lebensmitteln.
  • Darüber hinaus besitzt Mohn viele Aminosäuren und hat somit ein sehr gutes Aroma.

Mohn setzt sich aus Fettsäuren, einem hohen Eisengehalt, Kalzium, Magnesium und Kalium zusammen. Dies sind alles Stoffe, die sich positiv auf die Gesundheit auswirken. Darüber hinaus besitzt Mohn viele Aminosäuren und hat somit ein sehr gutes Aroma.

Studien über die Wirkung und Anwendung von Blaumohn

Durch das nussige Aroma und den guten Duft wird Blaumohn für Brot, Kuchen und Dampfnudeln verwendet. Jedoch liegt eine Warnung des Bundesinstituts für Risikobewertung vor, welche besagt, dass auf ein Verzehr von Lebensmitteln mit hohem Mohngehalt verzichtet werden soll.

Eine Untersuchung beweist sogar, dass verunreinigte Mohnsorten, welche einen erhöhten Morphinwert aufweisen in die Ernährungsindustrie gelangen. Dies ist vor allem extrem gefährlich für Kinder, wenn der Mohn vorher nicht richtig verarbeitet wurde. In der Schwangerschaft muss auf Qualität und Menge von Mohn geachtet werden.

Grundsätzlich ist es nicht schlimm während der Schwangerschaft ein Stück Mohnkuchen oder andere Gerichte mit Mohnsamen zu verzehren. Es muss nur auf den übermäßigen Verzehr verzichtet werden.

Schlafmohn zu medizinischen Zwecken

Schlafmohn wird auch heute noch in einigen Ländern, vor allem in den Balkan-Regionen, legal angebaut und zu medizinischen Zwecken genutzt. Hierzulande ist der Anbau von Schlafmohn teilweise verboten. Zum Anbau zugelassen sind Sorten von Papaver somniferum, welche morphinarm sind. Diese dienen zur Gewinnung von Samen, die für Backwaren und Öle verwendet werden.

Morphin und Kodein findet man in dem weißen Milchsaft der Mohnsamen. Morphin wird als natürliches Schmerzmittel in der Medizin eingesetzt, aber ebenfalls als Rauschmittel missbraucht. Die Überdosierung von Morphin führt zu schweren Atemlähmung und im schlimmsten Fall zum Tod.

Ebenfalls kann die Droge physische und psychische Abhängigkeit auslösen. Außerdem wird Kodein als Droge missbraucht, welche in der Medizin als Hustenbekämpfer verwendet wird. In der Medizin gibt es eine vielseitige Anwendung von Blaumohn. In der Studie des Bundesinstituts für Risikobewertung wurden diese Anwendungsgebiete beschrieben:

Epilepsie, hoher Blutdruck, Verkrampfungen, Schmerzen, Schlafstörungen, Hustenkrämpfe, Depressionen und zur Beruhigung. Allerdings sind diese Wirkungsweisen keinesfalls medizinisch in relevanter Weise nachgewiesen, weshalb Blaumohn auch keine Medikamente ersetzt.

Volksheilkunde von Blaumohn

Schon in der Volksmedizin des Mittelalters waren Morphine wichtige Betäubungsmittel. Im antiken Griechenland und Rom wurde Blaumohn als Heilmittel aber auch als Kraftnahrung in Form von Kuchen aus Honig und Mohn für Athleten verwendet.

Damals wurde sogar den Kindern ungemahlener Mohn in Milch bereitgestellt, um ihnen einen besseren Schlaf zu gewährleisten. Von dieser Art der Volksheilkunde warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung ausdrücklich, da das vorhandene Morphin folgenschwere gesundheitliche Schäden mit sich ziehen kann. Es kann zu schweren Atemstörungen, Schädigung der Nerven und anschließend zum Tod kommen.



Heilwirkung von Blaumohn?

Bei Blaumohn gibt es verschiedene Heilwirkungen, die ihm nachgesagt werden. Zum einen wirkt Mohn laut Literatur krampflösend und beruhigend. Anderseits kann Schlafmohn Halluzinationen mit sich ziehen und berauschend wirken, so heißt es.

Hiermit wird das Bewusstsein betäubt. Blaumohn wirkt angeblich auch gegen Hustenreiz. Da diese Einsatzgebiete wissenschaftlich aber nicht einen medizinischen Einsatz bestätigen, dienen diese Informationen rein zur Veranschaulichung der traditionellen Verwendung von Mohn in der Geschichte.

Mohnkuchen und der Drogentest/Drogenscreening

Der Anteil von Morphin in einem Kuchen oder auf einem Brötchen hat einen großen Unterschied. Im Kuchen soll der Mohnanteil 20% betragen, wobei bei einem Brötchen gerade mal zwei bis drei Gramm der Samen zu finden sind.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt daher nur ein Stück eines Mohnkuchens zu verzehren, da die vorgeschriebene Verzehrmenge von Mohnsamen 50 Gramm pro Tag beträgt. Nun ist es so, dass dieser Wert mit einem Stück Mohnkuchen schon erreicht ist. Es ist daher nicht auszuschließen, dass bei einem Drogentest der Polizei Morphin gefunden werden kann.

In Studien zu Drogenscreening wurde festgestellt, dass nach dem Verzehr von Lebensmitteln mit Mohn erhöhte Morphinwerte sowohl im Urin, im Blut aber auch in Haaren zu finden war. Neu eingeführte Erntetechniken, die maschinell betrieben werden sorgten dafür, dass der Morphingehalt von Speisemohn merklich höher gegangen ist. Die Mohnkapseln wurden hierbei zerquetscht und durch den Austritt von Mohnsaft kam es zu einer Verunreinigung der Samen.

Die Studien zu den Angaben befinden sich unter Studien zu Blaumohn als Quellen verlinkt.

Blaumohn kaufen – Was beachten?

Die Mohnsamen kann man im Ganzen oder schon fertig gemahlen kaufen. Bei gemahlenen Mohnsamen ist Vorsichtigkeit geboten. Dadurch, dass die Samen einen hohen Anteil an Öl besitzen werden sie schnell ranzig.

Aus diesem Grund wird es empfohlen, gemahlene Mohnsamen nur in kleinen Mengen zu kaufen und schnellstmöglich zu verwenden. An einem kühlen Ort in einem gut verschlossenen Behälter sind ganze Mohnsamen gut aufgehoben. Sie können dort mehrere Monate gelagert werden, ohne dass sie ihr Aroma verlieren.

Nach Bedarf können auch fertige Mischungen gekauft werden. Hierbei muss man sich einfach nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum richten. Heutzutage wird der Mohn in Lebensmittelgeschäften regelmäßig auf den Opiumgehalt getestet. Selbst bei geringsten Spuren wird der betroffene Artikel aus dem Handel entfernt, sodass keinerlei Sorgen bestehen müssen.

Allerdings kann es immer wieder passieren, dass Alkaloide in kleinen Mengen vorkommen, falls es zu einer Verunreinigung der Mohnsamen mit der Kapsel gekommen ist.

Studien zu Blaumohn

Bundesinstitut für Risikobewertung:

https://www.bfr.bund.de/cm/343/bfr_empfiehlt_vorlaeufige_maximale_taegliche_aufnahmemenge_und_einen_richtwert_fuer_morphin_in_mohnsamen.pdf

Stiftung Warentest:

https://www.test.de/Mohn-Kein-Rausch-in-der-Kueche-1488080-2488080/

Drogenscreening:

http://www.drogenscreening.info/cms/index.php/nachweisverfahren/mohnkuchenstudie

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