Astaxanthin – Anwendung & Wirkung sowie Inhaltsstoffe

Astaxanthin
Astaxanthin

In diesem Artikel sollen die Vor- und Nachteile des in der Allgemeinbevölkerung eher wenig bekannten Nahrungsergänzungsmittels Astaxanthin erörtert werden. Dabei ist anzumerken, dass es zwar viel über die angepriesenen Wirkungen und Anwendungsgebiete zu lesen gibt, die Studienlage aber dennoch dünn ist. Zudem sind die Wirkungen im Bezug auf Haare, Augen und Co nicht offiziell wissenschaftlich anerkannt. Der Stoff ersetzt natürlich keine Medizin! Dennoch gibt es einige, wissenswerte Untersuchungen zum Thema.

Was ist Astaxanthin?

Astaxanthin ist ein kräftiger, natürlicher Farbstoff aus der Xantophyll-Klasse der Carotinoide. Carotinoide sorgen bei Obst und Gemüse für die Farben Rot, Gelb und Orange, speziell das Astaxanthin gibt dem Lachs seine typische Rosafärbung. Von der Europäischen Kommission wurde es als Lebensmittelfarbstoff eingestuft. Allerdings kann Astaxanthin noch viel mehr, als bunt zu färben – in weitverbreiteter Glaube: Es gilt als stärkstes Antioxidans der Welt. Um dieser Sache auf den Grund zu gehen, machen wir einen kurzen Exkurs, wozu „Antioxidantien“ eigentlich gut sind.

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Fest steht, sie sind vor allem aus der Ernährungs- und Kosmetikindustrie nicht mehr wegzudenken, denn sie dienen dort als Fänger freier Radikale. Was sich nach politischer Partei anhört, sind Molekülteile, denen ein Elektron fehlt. Diese Situation macht sie derart unzufrieden, dass sie versuchen, anderen Molekülverbindungen einen Partner zu „entreißen“. Dabei kann es schon mal vorkommen, dass sie einen für den Körper wichtigen Prozess stören, vor allem, wenn es sich dabei um Immunzellen handelt. Wenn das Immunsystem geschwächt wird, macht man sich angreifbar für Krankheiten.

Die freien Radikale können unter anderem durch komplexe Stoffwechselprozesse (z.B. bei intensiver körperlicher Arbeit oder Sport), durch den Konsum von Zigaretten oder Alkohol, bei ausgiebiger Sonneneinstrahlung oder durch Umweltschadstoffe entstehen. Als Polizei hat der Körper die Antioxidantien abgestellt, welche die Wirkung der freien Radikale „neutralisieren“ sollen? Allerdings müssen dem Körper Antioxidantien über die Nahrung zugeführt werden, da er sie selbst nicht bilden kann. Und hier sind wir wieder beim Astaxanthin, das sehr schnell reagieren soll und freie Radikale angeblich schnellstmöglich deaktivieren soll. Doch stimmt das wirklich?

Angeblich wirkt sich Astaxanthin positiv auf Zeugungsfähigkeit und Immunabwehr auch bei Fischen aus, weshalb es in der Fischzucht in Zuchtanlagen zum Einsatz kommt.

Wo ist Astaxanthin enthalten?

Besonders hoch ist die Astaxanthin-Konzentration in Algen und Plankton. Spirulina ist eine solche Alge. In einigen Pilzen und Bakterien kann man es auch finden, zum Beispiel auch in Hefe. Jene Tiere, die Astaxanthin in hohen Dosen fressen, nehmen eine rosa Färbung an, wie zum Beispiel Lachs, Shrimps, Hummer oder auch Flamingos. Lachse haben die weltweit höchste Astaxanthin-Konzentration. Trotzdem kann der Mensch, wenn er sich eine Wirkung von Astaxanthin erhofft, seinen Bedarf nicht mit Lachskonsum decken, da man je nach Lachssorte bis zu 1,5 kg täglich davon essen müsste. Somit empfiehlt sich die Einnahme als Nahrungsergänzungsmittel.

Zur Aufnahme von Carotinoiden sei noch ergänzt, dass dem Körper die Aufnahme erleichtert wird, wenn diese zuvor schonend erwärmt worden sind. Bei der Zufuhr von Beta-Carotin gilt, dass man ein wenig Pflanzenöl zugeben sollte, da das Vitamin fettlöslich ist, und dadurch vom Körper besser aufgenommen wird.

Was macht Astaxanthin so besonders?

Die Rolle als freier Radikalfänger so entnommen vom Portal „Orthoknowledge“ haben wir ja bereits beleuchtet. Leider gibt es hierfür allerdings keine klinischen Ergebnisse, die von der EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) anerkannt sind, weshalb nicht mit diesen Wirkungen direkt geworben werden darf. Aber es gibt noch viel mehr Wirkungsweisen, die dem Farbstoff nachgesagt werden. Tatsache ist, dass Algen lange Zeit auch an Orten überleben können, an denen schwierige Lebensumstände herrschen. Wenn astaxanthinhaltige Algen in eine solche Situation geraten, färben sie sich rot, weil sie alle anderen Stoffwechselvorgänge einstellen. Dem schützenden Antioxidans soll es zu verdanken sein, dass die Alge jahrzehntelang ohne Wasser und Nahrung überleben kann. Auf den Menschen kann man das natürlich nicht umlegen.

Dennoch werden Astaxanthin einige, für den Menschen sehr nützliche Eigenschaften nachgesagt. Es mag eigenartig klingen, wenn ein Stoff in derart vielen unterschiedlichen Bereichen wirksam sein soll. Viele Beschwerden sind aber auf dieselben Ursachen zurückzuführen (oxidativer Stress, Entzündungen), und zeigen sich an der entsprechenden Schwachstelle eines Menschen. Eine weit bekannte „Legende“: Astaxanthin verfügt über eine Besonderheit, denn es soll nämlich die „Blut-Hirn-Schranke“ überwinden können, welche den Blutkreislauf vom Zentralnervensystem trennt.

Glaubt man der Aussage, so kann das Gehirn vor dem Einfluss freier Radikale geschützt werden. Außerdem wird es angeblich vom Augengewebe aufgenommen. Da diese Eigenschaft allerdings nicht bewiesen ist, ist noch unklar, ob diese beschriebene Wirkung tatsächlich so abläuft. Wir raten dringend diesbezüglich vor der Einnahme vorherige Absprache mit einem Arzt oder Heilpraktiker.

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Nachgesagte Wirkungen von Astaxanthin

Nun folgt eine kleine Auflistung verschiedener Wirkungsweisen, die in Zusammenhang mit Astaxanthin häufig erwähnt werden. Die wissenschaftlichen Belege hierzu sind sehr dünn gesät. Es wurden zwar bereits einige Studien unter anderem in Bezug auf die leistungssteigernde, hautschützende, immunstimulierende, krebsvorbeugende und antidiabetische Wirkung durchgeführt, jedoch wurde die Wirkung noch nicht ausreichend erforscht, da die Studien nur in sehr kleinem Rahmen durchgeführt wurden, und manche Tests nur an Tieren vorgenommen wurden. Sie sind von der EFSA  dementsprechend als gesundheitsbezogene Aussagen nicht zugelassen.

Immunsystem:

Astaxanthin wird eine entzündungshemmende Wirkung nachgesagt. Während akute Entzündungen wichtig sind, zumal sie anzeigen, dass der Körper gerade einen Eindringling bekämpft, entstehen chronische Entzündungen durch ein Ungleichgewicht im Körper. Mit verantwortlich dafür ist meist auch ein Mangel an Antioxidantien. Studien an älteren Menschen zeigen, dass Astaxanthin möglicherweise Nervenzellen und Nervenfasern vor dem Absterben bewahren kann, und somit können verschiedene Aspekte der Gedächtnisleistung verbessert werden. Um konkrete Rückschlüsse ziehen zu können, sind jedoch noch ausführlichere Untersuchungen notwendig. Die Quelle hierzu ist unten verlinkt.

Leistungssteigerung:

Astaxanthin soll mitunter dafür verantwortlich sein, dass Lachse in der Lage sind, stromaufwärts zu schwimmen, denn es soll einer Studie über Antioxidantien, siehe Anhang zufolge die Leistungskraft steigern. Allerdings wurde die Studie bei Schlittenhunden durchgeführt, sodass die Wirkung noch nicht beim Menschen wissenschaftlich bewiesen ist. Athleten und Sportler machen sich diesen vermuteten Effekt gern zunutze, indem sie Astaxanthin als Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen. Wie wir in der Einführung gehört haben, entstehen freie Radikale auch durch Oxidationsprozesse bei körperlicher Anstrengung. Um vorzeitiger Ermüdung, Muskelkater, Gewebe- und Gelenksschäden etc. vorzubeugen, benötigt man also unter anderem auch viele Antioxidantien. Je höher die Anstrengung, desto höher ist der Bedarf.

Sogar bei Schlittenhunden hat man dies erkannt, weshalb Hundeführer in Alaska ihren Tieren oftmals Astaxanthin verabreichen, damit ihre „Leistungsfähigkeit gesteigert“ wird. Die Triathleten, welche den „Ironman“ auf Hawaii bewältigen, nehmen Astaxanthin als Nahrungsergänzungsmittel nicht nur wegen der leistungssteigernden Wirkung zu sich, sondern wollen von einer weiteren nachgesagten Wirkung profitieren, siehe nächster Abschnitt.

Mögliche Wirkung als Sonnenschutz?

Astaxanthin soll angeblich die Haut sowie auch die Augen von innen gegen schädliche UV-Strahlung schützen. Laut Hersteller „Vitalastin“ soll dieser „Sonnencreme-Effekt“ eintreten. Allerdings ist man demnach nicht mit einer Einmalgabe abgetan, es muss ein „langfristiger Schutz“ aufgebaut werden, der sich in den Hautzellen anlagert und anreichert. Daher soll laut Hersteller 4 Wochen, bevor der Sonnenschutz benötigt wird, mit der Astaxanthin-Einnahme begonnen werden. Kritik: Keinesfalls jedoch ersetzt der Stoff allerdings Sonnenschutzmittel, zudem ist auch diese Wirkungsweise nicht wissenschaftlich bestätigt.

Hilft Astaxanthin gegen Diabetes?

Hierzu liegen noch keine Studien an Menschen vor. Die Versuche an Mäusen zeigten jedoch, dass die an Diabetes Typ 2 leidenden Tiere nach einer 12-wöchigen Behandlung mit Astaxanthin einen niedrigeren Blutzuckerspiegel aufwiesen, als die Kontrollgruppe der gesunden Mäuse. Auch im Bereich der Folgeschäden durch Diabetes zeigten sich Erfolge bei den Tierversuchen, so konnte das Entstehen einer fortschreitenden, schweren Nierenerkrankung (diabetische Nephropathie) deutlich verlangsamt werden. Diese Annahme bezieht sich lediglich auf die durchgeführte Studie, siehe Anhang.

 Astaxanthin in der Krebsforschung:

Es wurden bisher über 200 Studien zum Thema antioxidantienreiche Ernährung bei Krebs durchgeführt. Diese Studien beschäftigten sich allerdings hauptsächlich mit Beta-Carotin. Da Astaxanthin aber stärker wirken könnte als Beta-Carotin, ist naheliegend, dass man auch von Astaxanthin einen ähnlichen Effekt erwarten könnte. Verschiedene mögliche Eigenschaften haben großes Potential zur Krebsprävention: Die nachgesagten antioxidativen Wirkungen, die entzündungshemmenden Eigenschaften, und die nachgesagte immunstärkende Wirkung. Aber es gibt bisher keine erfolgreichen Beweise.

In der Kosmetik für die Haut

Wenn „freie Radikale Zellen angreifen“ – so heißt es, sind die Schäden auch an der Haut sichtbar. Die Haut verliert an Spannkraft und Elastizität, es bilden sich Fältchen, die Haut verliert an Feuchtigkeit und neigt zu Unreinheiten. Auch zum Thema Schönheit und Astaxanthin wurden 3 Studien durchgeführt an Frauen um die 40 Jahre. Wenn man diese beschreibt: Über 6 Wochen lang bekamen die Probandinnen 2 mg Astaxanthin täglich verabreicht. Nach 2 Wochen zeigten sich augenscheinlich erste Verbesserungen des Hautbildes, nach 4 Wochen waren die Veränderungen laut Studie deutlich wahrnehmbar im Vergleich zur Kontrollgruppe, bei denen keine Veränderung eintrat. Dennoch auch hier anerkannten klinischen Nachweise für diesen „Kosmetik Effekt“.

Wie wird Astaxanthin gewonnen?

Das natürlichste und antioxidantienreichste Astaxanthin wird aus einer Mikroalge gewonnen, der sogenannten Blutregenalge.

Eine weitere wichtige natürliche Quelle sind Lebensmittel wie Lachs. Dabei sollte man auf Angaben wie „Wildlachs“ oder „mit natürlichem Farbstoff“ achten, da sonst naheliegend ist, dass der Fisch mit synthetisch hergestelltem Astaxanthin gefüttert wurde. Trotz der Angaben zu natürlicher Astaxanthinfütterung kann man jedoch nicht sicher sein, dass der Farbstoff auch aus den Mikroalgen stammt. Wesentlich preisgünstiger ist das Astaxanthin, welches aus einem gentechnisch veränderten Hefepilz stammt. Eine weitere wichtige Quelle für das Astaxanthin ist das Krillöl.

Natürlich gewonnenes Astaxanthin ist weitaus hochwertiger als synthetisch hergestelltes, sein Anteil beträgt jedoch weniger als 1 % des weltweiten Marktes. Außerdem ist das natürliche Astaxanthin verestert, das bedeutet, dass ein Molekül davon an ein Fettsäuremolekül gebunden ist. Diese Form wird in Studien als noch wirksamer beschrieben als freies Astaxanthin.

Empfohlene Dosierung von Astaxanthin:

Wenn klinische Studien mit Astaxanthin durchgeführt werden, dann meist in einem Dosisbereich von 4-20 mg, je nach Einsatzgebiet. Die berschriebene bisher nicht bewiesene Wirkung soll nach 1 bis 2 Wochen einsetzen, da sich der Wirkstoff im Körper „sammelt“ und in sich in den Zellen anlagern muss. Um schneller die gewünschte Wirkung zu erreichen, kann man Erfahrungen diverser Nutzer zufolge in der ersten Woche 10-14 mg pro Tag einnehmen, damit man in der 2. Woche der Einnahme auf 4-6 mg umsteigen kann. Es stellt überhaupt kein Problem dar, Astaxanthin über einen längeren Zeitraum hinweg einzunehmen. Bei Tierversuchen wurden bei Dosierungen von 5 bis 18 g/kg/Tag keine Nebenwirkungen festgestellt. Die übliche vom Hersteller empfohlene Dosis für Menschen liegt bei 2 bis 12 g Astaxanthin pro Tag. Welche die für Sie empfohlene Mindestdosierung ist, lässt sich erst durch die Einnahme herausfinden, zumal diese von Mensch zu Mensch unterschiedlich ist.

Ihre Astaxanthin-Zufuhr über den Konsum von Lachs abzudecken, ist schier unmöglich aufgrund der Menge, die verzehrt werden müsste. Trotzdem können Sie auf die Lachssorte achten, die Sie kaufen. Der Rotlachs enthält nämlich am meisten von dem Farbstoff, 100 Gramm Rotlachs entsprechen 4 mg Astaxanthin. Vom atlantischen Lachs müsste man einen ganzen Kilogramm verputzen, um auf die 4 mg zu kommen.

Falls Sie Astaxanthin noch mit Omega 3-Fettsäuren und Phospholipoiden kombinieren wollen, empfiehlt sich die Einnahme von arktischem Krillöl.

Wenn Sie andere Medikamente einnehmen, erkundigen Sie sich bitte bei Ihrem Arzt oder Apotheker bezüglich Wechselwirkungen mit dem Nahrungsergänzungsmittel. Die hier wiedergegebenen Informationen dienen ausschließlich der Information und ersetzen keinesfalls ein medizinisches Fachgespräch.

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Nebenwirkungen von Astaxanthin:

Die Einnahme von Astaxanthin gilt als sicher, es ist wird seit über zehn Jahren am europäischen, amerikanischen und japanischen Markt als Nahrungsergänzungsmittel verkauft. In Amerika gilt dafür der GRAS-Status (generally recognized as safe).

Manche Antioxidantien wie Beta-Carotin, Lycopin, aber auch die Vitamine C, E oder Zink könnten im Körper oxidativen Stress verursachen, wenn sie synthetisch hergestellt in großen Einzeldosen zugeführt werden. Aufgrund der besonderen Molekularstruktur von Astaxanthin ist es jedoch angeblich unmöglich, dass es dem Körper oxidativen Stress macht, also pro-oxidativ wirkt. Belege explizit hierzu haben wir keine gefunden.

Die einzige bekannte Nebenwirkung, wenn man die empfohlene Tagesdosis weit überschreitet, ist eine leichte Orangefärbung von Hand- und Fußsohlen, da es sich in den Hautzellen einlagern soll.

Astaxanthin wo kaufen:

Die Hauptbezugsquelle für das Nahrungsergänzungsmittel stellt wieder einmal das Internet dar. Eventuell findet man auch Astaxanthin-Kapseln im gut sortierten Fachhandel. Achten Sie beim Kauf der Astaxanthin-Kapseln darauf, dass keine künstlichen Geschmacksstoffe oder Konservierungsmittel enthalten sind, auch das Feuchthaltemittel Sorbit braucht es nicht. Gluten und Laktose sind laut guter Hersteller ebenfalls nicht enthalten.

Die Astaxanthin-Kapseln sind oft kombiniert mit Vitamin A und E und natürlichem Lutein.

Studien zur Nahrungsergänzung

Studie bezüglich Immunsystem:

Chew, B., Park, J.S., Chyun, J., Mahoney, M., Line, L. (2003). „Astaxanthin Stimulates Immune Response in Humans in a Double Blind Study.“

Studie über Effekt von Antioxidantien auf die Leistungsfähigkeit:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10951977

Studie bezüglich Diabetes:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12688512

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